Tillerson und Trump (Archivbild) | Bildquelle: AP

Tillerson - Minister auf Abruf "Solange es der Präsident will"

Stand: 01.12.2017 22:04 Uhr

Sowohl das Weiße Haus als auch das Außenministerium haben Berichte über einen Rauswurf von Minister Tillerson zurückgewiesen. "Natürlich dient er, solange es der Präsident will", sagte Tillersons Sprecher. Aber dass Trump das noch will, glaubt kaum jemand.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Bislang weist das Weiße Haus Berichte zurück, dass Rex Tillerson nicht mehr lange Außenminister bleiben wird. Präsident Trumps Sprecherin Sarah Huckabee-Sanders sagte: "Wenn der Präsident jemandem nicht mehr vertraut, dann dient derjenige nicht mehr in dem Amt. Der Präsident und der Außenminister haben sich gemeinsam um einen Staatsbesuch gekümmert, sie arbeiten weiter zusammen, um ein unglaubliches Jahr zu beenden."

Geschichte absichtlich gestreut?

Die "New York Times" hatte berichtet, das Weiße Haus habe schon einen Plan erarbeitet, wie es im Außenministerium in den kommenden Wochen weitergehen könnte: Tillerson geht, CIA-Chef Mike Pompeo wird sein Nachfolger. Der Präsident müsse nur noch grünes Licht geben. CNN berichtete, die Geschichte sei absichtlich gestreut worden - um dem Außenminister zu signalisieren, dass er gehen soll.

Rex Tillerson | Bildquelle: REUTERS
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Gerüchte, dass Tillerson nicht mehr lange Minister sein wird, gibt es schon lange.

"Er macht weiter mit seinem vollen Terminkalender"

Tillersons Sprecherin Heather Nauert wies die Medienberichte zurück: "Er fühlt sich weiter verpflichtet, seine Arbeit zu tun. Natürlich dient er, solange es der Präsident will. Es ist ein Job, der ihm gefällt, er hat weiter Treffen und Telefongespräche. Er macht weiter mit seinem vollen Terminkalender."

Es gibt schon lange Gerüchte, dass Tillerson nicht mehr lange Außenminister sein wird. Er war eine ungewöhnliche Wahl, ohne Erfahrung in der Politik oder in der Diplomatie. Als Chef des Ölkonzerns ExxonMobil hatte er das Sagen - jetzt muss er Ideen eines anderen umsetzen. Tillerson selbst fremdelt immer wieder mit dem Amt. Im Oktober sagte er aber: "Ich habe nie den Gedanken gehabt, zu gehen. Ich bin ernannt vom Präsidenten und bleibe so lange, wie er glaubt, dass ich helfen kann, seine Ziele zu erreichen."

Allerdings: Es ist ein offenes Geheimnis, dass Präsident und Außenminister sich kaum noch etwas zu sagen haben. Trump wertet Loyalität hoch - Tillerson hat gleich mehrmals dagegen verstoßen. Im August hatte Trump Neonazis und Gegendemonstranten gleichgesetzt. Tillerson sagte kühl, der Präsident spreche für sich selbst.

Feuert Trump US-Außenminister Tillerson?
Morgenmagazin, 01.12.2017, Verena Bünten, ARD Washington

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Ein richtiges Dementi gab es nie

Im Oktober kam heraus, dass Tillerson Trump als "Schwachsinnigen" bezeichnet haben soll. Ein richtiges Dementi gab es nie, dafür eine Lobeshymne auf den Präsidenten: "Er stellt die Amerikaner und Amerika voran. Er ist klug, verlangt Ergebnisse, egal wo er ist. Er verlangt Rechenschaft, ob Leute tun, was er ihnen aufgegeben hat. Verantwortlichkeit ist einer der Werte, die der Präsident und ich teilen."

In der Trump-Regierung gilt Tillerson als einer der besonnenen Minister. Tillerson plädierte zum Beispiel dafür, im Streit mit Nordkorea auf Diplomatie zu setzen, um dann von Trump öffentlich zurecht gewiesen zu werden, dass Reden nichts mehr bringe. Außenpolitische Experten sagen, Trump habe die Glaubwürdigkeit seines Außenministers untergraben.

"Intern hat er das Außenministerium leider ausgehöhlt"

Im Außenministerium läuft es auch nicht rund - Tillerson versucht, das Ministerium komplett neu zu strukturieren und bringt die Diplomaten gegen sich auf. Tony Blinken, stellvertretender Außenminister der Obama-Regierung nannte Tillerson bei CNN ein "Paradox":

"Im Allgemeinen hat er vernünftige Positionen eingenommen. Ohne Erfolg, weil der Präsident nicht hört. Aber er hat versucht, das Richtige zu tun. Intern hat er das Außenministerium leider ausgehöhlt, der Budgetkürzung von 30 Prozent zugestimmt, erfahrende Mitarbeiter zum Gehen ermuntert - und sie gehen in Scharen. Die harte Wahrheit: Er wird als einer der folgenreichsten Außenminister in die Geschichte eingehen, aber aus den falschen Gründen."

Mike Pompeo | Bildquelle: REUTERS
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Tillerson könnte durch CIA-Chef Pompeo abgelöst werden.

Das Klima im Außenministerium ist dem Vernehmen nach schlecht, die Unzufriedenheit ist groß. So groß, dass sich viele Mitarbeiter einen neuen Minister herbeisehnen. Das Magazin "Politico" berichtet, viele wären jetzt sogar mit Pompeo einverstanden. Der CIA-Chef wird als möglicher Tillerson-Nachfolger gehandelt. Pompeo gilt als treuer Republikaner, als außenpolitischer Scharfmacher und als diplomatisch unerfahren. 

Rex Tillerson - Außenminister auf Abruf
Jan Bösche, ARD Washington
01.12.2017 06:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. November 2017 um 17:00 Uhr.

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