Rettungskräfte auf einem evakuierten Campingplatz in Südfrankreich. | Bildquelle: AFP

Überschwemmung in Südfrankreich Zeltlager-Betreiber unter Verdacht

Stand: 10.08.2018 19:52 Uhr

Nach Überschwemmungen in Südfrankreich wird der Betreuer eines deutschen Ferienlagers weiter vermisst. Zwei Verantwortliche aus Deutschland wurden vernommen. Haben sie Warnungen ignoriert?

Nach der Überschwemmung eines deutschen Ferienlagers in Südfrankreich hat die französische Polizei zwei deutsche Verantwortliche vorgeladen.

Gegen den Vorsitzenden und den stellvertretenden Vorsitzenden der Jugendförderung St. Antonius in Leverkusen werde unter anderem wegen fahrlässiger Körperverletzung und Betreibens eines Campingplatzes ohne behördliche Genehmigung ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft Nimes der Nachrichtenagentur AFP mit. Zudem wird den beiden Männern nach Angaben von Staatsanwalt Eric Maurel zur Last gelegt, "das Leben anderer in Gefahr gebracht zu haben".

Der Veranstalter St. Antonius erklärte, die beiden Vorsitzenden seien bei der Polizei und würden zu dem Geschehen befragt. "Sie wurden dazu abgeholt, von einer Festnahme war vor Ort keine Rede." Auch Betreuer würden von der Polizei befragt.

Ein Betreuer des Ferienlagers wird weiter vermisst. Laut Veranstalter handelt es sich bei ihm um einen 66-Jährigen aus Köln. Er war offenbar auf dem Campingplatz in Saint-Julien-de-Peyrolas vom Regen überrascht worden. Um ihn zu finden, setzt die Polizei einen Rettungshubschrauber ein. "Wir kennen die Umstände noch nicht, unter denen der Mann verschwunden ist. Er kann von den Fluten mitgerissen worden sein, oder er kann von den Schlammmassen begraben worden sein. Das sind einige der Hypothesen, die wir aufgestellt haben", erklärt Nicolas Destriez von der lokalen Polizei.

Überschwemmungen: Campingplatz evakuiert - Betreuer weiter vermisst
tagesschau 17:00 Uhr, 10.08.2018, Mathias Werth, ARD Paris

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Warnung der Behörden

Die französischen Behörden teilten mit, sie hätten die Betreiber des Ferienlagers vor der Überschwemmung gewarnt. Dies sei 48 Stunden vor dem Unglück passiert. Der Bürgermeister schaltete nach Angaben der Staatsanwaltschaft sogar das zuständige Verwaltungsgericht ein. Dennoch befanden sich noch zahlreiche Kinder und Jugendliche auf dem Zeltplatz, als der Fluss über die Ufer trat.

Die Gemeinde wirft den deutschen Betreibern vor, ihren Zeltplatz zu nah an den Fluss Ardèche gebaut zu haben, der sich nach den Regenfällen in einen reißenden Strom verwandelte. 

Rettungskräfte auf einem evakuierten Campingplatz in Südfrankreich. | Bildquelle: AFP
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Einsatzkräfte starteten eine breit angelegte Suche nach dem Betreuer - bislang erfolglos.

Rettungskräfte auf einem evakuierten Campingplatz in Südfrankreich. | Bildquelle: AFP
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Die Suche nach dem Vermissten wird heute fortgesetzt.

Rückkehr nach Leverkusen mit Bussen

Die Kinder und Jugendlichen sollen nun am Abend mit Bussen zurück nach Leverkusen gebracht werden. Zu der Gruppe gehören 80 deutsche Minderjährige und 30 bis 40 Betreuer. Einige Eltern hätten sich bereits nach Südfrankreich aufgemacht, um ihre Kinder persönlich abzuholen und nach Hause zu bringen, erklärte der Veranstalter des Zeltlagers auf seiner Facebook-Seite.

Nach Angaben der französischen Behörden wurden insgesamt 184 Menschen gerettet, die sich in dem deutschen Zeltlager und auf zwei angrenzenden Campingplätzen aufhielten - darunter 136 Kinder und Jugendliche und 48 Erwachsene.

Verwüstung auf Campingplätzen im Gard - Deutscher weiter vermisst
Barbara Kostolnik, ARD Paris
10.08.2018 10:57 Uhr

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Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieser Meldung hieß es, die beiden Zeltlager-Verantwortlichen seien festgenommen worden. Dabei handelte es sich um einen Übersetzungsfehler.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. August 2018 um 12:00 Uhr.

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