Ein UN-Hilfskonvoi in Ost-Ghouta. | Bildquelle: AP

Krieg in Syrien UN bitten um Zugang zu Ost-Ghouta

Stand: 07.03.2018 03:56 Uhr

Angesichts des andauernden Leidens der Zivilbevölkerung in der syrischen Enklave Ost-Ghouta bittet UN-Chef Guterres um freien Zugang zum belagerten Gebiet, um humanitäre Hilfe ermöglichen zu können.

Angesichts der dramatischen Lage der Zivilbevölkerung in Ost-Ghouta in Syrien hat UN-Generalsekretär António Guterres alle Beteiligten um sicheren Zugang für humanitäre Hilfe in das Rebellengebiet gebeten. Die Situation in dem Gebiet besorge ihn sehr, sagte Guterres nach einer Mitteilung in New York.

Der UN-Chef rief alle Beteiligten auf, die vom UN-Sicherheitsrat geforderte Waffenruhe einzuhalten. In Ost-Ghouta und andernorts in Syrien waren die Kämpfe so gut wie unvermindert weitergegangen, obwohl der Sicherheitsrat vor rund zehn Tagen eine dreißigtägige Waffenruhe gefordert hatte. Eine erste Hilfslieferung nach Ost-Ghouta seit der jüngsten Eskalation der Gewalt hatte wegen erneuter Angriffe abgebrochen werden müssen.

Der Sicherheitsrat will heute erneut über den Konflikt beraten. Das Treffen sei von Frankreich und Großbritannien erbeten worden.

Ost-Ghouta bei einem Raketenangriff | Bildquelle: AFP
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Die zerstörte Stadt Saqba in Ost-Ghouta unter Beschuss der syrischen Regierungstruppen.

Russland bietet freies Geleit

Am Montag war in der belagerten Region östlich der Hauptstadt Damaskus die erste Hilfslieferung seit der jüngsten Eskalation der Gewalt angekommen. Die Entladung der Lastwagen musste allerdings "wegen eskalierender Gewalt und Unsicherheit" abgebrochen werden, teilte das UN-Nothilfebüro Ocha mit.

Luftangriffe und Beschuss seien über Stunden weitergegangen, während der Konvoi Nahrung für 27.500 Menschen sowie medizinische Produkte lieferte, so Ocha. Deswegen habe man das belagerte Gebiet nach neun Stunden verlassen, 14 der 46 Lastwagen konnten nicht vollständig ausgeladen werden. Die Vereinten Nationen wollen am Donnerstag weitere Hilfsgüter in das belagerte Ost-Ghouta bringen. Die UN und ihre Partnerorganisationen seien bereit, sofern es die Bedingungen zuließen, sagte Ocha- Sprecherin Linda Tom. Sie betonte, dass für einen neuen Hilfskonvoi Sicherheitsgarantien der syrischen Regierung vorliegen müssten.

Das russische Militär bot den syrischen Rebellen, die derzeit noch in Ost-Ghouta ausharren, derweil freies Geleit aus der Enklave an. Sie und ihre Familien könnten durch einen sicheren Korridor abziehen und das Gebiet syrischen Regierungsgruppen übergeben, so das Verteidigungsministerium. Die Aufständischen lehnen diesen Vorschlag bislang ab.

Mehr Bomben und noch mehr Fragen: Sicherheitsrat tagt erneut zu Syrien
Georg Schwarte, ARD New York
07.03.2018 05:55 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. März 2018 um 04:56 Uhr.

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