Ein Kind isst eine Banane | Bildquelle: AP

UNICEF zur Situation in armen Ländern Kindersterblichkeit geht zurück, aber ...

Stand: 23.06.2015 02:13 Uhr

Weltweit geht die Kindersterblichkeit zurück, die Mangelernährung nimmt ab und immer mehr Kinder gehen zur Schule. Das sind die guten Nachrichten des UNICEF-Berichts zu den Millenniumszielen für Kinder. Dennoch leben viele von ihnen nach wie vor in Armut.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, UNICEF, zieht in seinem jüngsten Bericht "Fortschritt für Kinder" eine verhalten positive Bilanz der Umsetzung der Millenniumsziele. Die internationale Gemeinschaft lasse Millionen Kinder im Stich, wenn sie nicht die am stärksten benachteiligten Familien in den Mittelpunkt der Entwicklungspolitik stelle, erklärte UNICEF in Köln.

Vermeidbare Krankheiten

Zwar seien deutliche Verbesserungen der Lebenssituation von Kindern weltweit zu verzeichnen. Doch weiterhin verurteilten ungleiche Startchancen Millionen von ihnen zu einem Leben in Armut und ließen sie früh sterben. "Die Millenniumsziele haben außerordentliche Fortschritte für Kinder ermöglicht - aber sie haben auch sichtbar gemacht, wie viele Kinder wir zurücklassen", erklärte UNICEF-Direktor Anthony Lake.

Bedrückend bleibe, dass weiterhin jedes Jahr fast sechs Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag sterben, meist an vermeidbaren Krankheiten, heißt es in dem Bericht. Schätzungsweise 121 Millionen Kinder und Jugendliche gingen nicht zur Schule. Zudem überlebten 289.000 Frauen die Geburt ihres Kindes nicht.

UN-Millenniumsziele

Die acht Millenniums-Entwicklungsziele wurden im Jahr 2000 von der UN beschlossen und setzen klare Vorgaben. So sollte zum Beispiel bis 2015 der Anteil der Menschen in absoluter Armut (weniger als ein US-Dollar pro Tag zum Leben) halbiert werden. Weitere Schwerpunkte sind unter anderem Fortschritte bei Bildung, Gleichberechtigung, Gesundheitsversorgung und ökologischer Nachhaltigkeit.

Kindersterblichkeit geht zurück

Verbesserungen sieht der Bericht im Kampf gegen die Kindersterblichkeit. Seit 1990 wurde demnach die Kindersterblichkeit von weltweit 12,7 Millionen Kindern pro Jahr auf fast sechs Millionen mehr als halbiert. Untergewicht und chronische Mangelernährung bei Kindern haben demnach um 42 Prozent abgenommen. Schätzungsweise 100 Millionen weniger Kinder sind hierdurch in ihrer Entwicklung beeinträchtigt. Die Zahl der Kinder, die keine Grundschule besuchen, ist seit 1990 von 102 Millionen auf 58 Millionen gesunken.

Die UNICEF-Bilanz richtet sich an die Regierungen vor der geplanten Verabschiedung der neuen internationalen Entwicklungsagenda der Vereinten Nationen im September. "Nachhaltige Entwicklungsziele" sollen die sogenannten Millenniumsziele ablösen, die seit dem Jahr 2000 den Rahmen für den Kampf gegen Armut und Unterentwicklung setzen sollten. Lake forderte die Weltgemeinschaft auf, die ärmsten Kinder in der Mittelpunkt dieser Ziele für die nächsten 15 Jahre zu rücken.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Juni 2015 um 09:00 Uhr.

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