Grenzzaunbau in Ungarn | Bildquelle: dpa

Ungarn beginnt mit Bau von Grenzzaun Mit Stacheldraht gegen Flüchtlinge

Stand: 13.07.2015 16:44 Uhr

Ausgerechnet in Ungarn, wo sich einst der Eiserne Vorhang öffnete, entsteht nun ein neuer Grenzzaun. 175 Kilometer lang und vier Meter hoch, soll er Flüchtlinge daran hindern, über Serbien in die EU zu kommen. Heute morgen rückten die ersten Bulldozer an.

Ungarn hat mit dem Bau eines Zauns gegen Flüchtlinge begonnen. Gearbeitet werde zunächst an einem 150 Meter langen "Musterabschnitt" an der Grenze zu Serbien, hieß es in einer Mitteilung der Regierung. Auf Bildern sind Bulldozer und andere schwere Maschinen zu sehen.

Nach Regierungsangaben strömten zuletzt rund 1000 Menschen täglich über die serbische Grenze illegal nach Ungarn. Insgesamt seien seit Jahresanfang 80.000 Flüchtlinge auf diesem Weg ins Land gelangt.

Die meisten Flüchtlinge ziehen ohnehin weiter

Rund 80 Prozent davon stammen aus vom Krieg zerrütteten Ländern wie Syrien, dem Irak und Afghanistan. Die meisten von ihnen beantragen Asyl, ziehen aber schnell in andere, wohlhabendere EU-Länder wie Deutschland und Schweden weiter, ehe ihr Antrag bearbeitet ist.

Den Plänen der rechtsnationalen Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban zufolge soll der vier Meter hohe Stacheldrahtzaun letztlich die gesamte 175 Kilometer lange serbisch-ungarische Grenze absperren.

Menschenrechtsorganisationen kritisieren das Grenzzaun-Projekt als Teil einer "Propagandakampagne der Regierung gegen Einwanderer". Auch andere EU-Regierungen haben sich zuletzt deutlich gegen die Pläne ausgesprochen.

Grenzzaunbau in Ungarn | Bildquelle: AFP
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In der Nähe des Dorfs Morahalom begannen Soldaten mit dem Bau des Zauns, ...

Grenzzaunbau in Ungarn | Bildquelle: AFP
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... der Flüchtlinge in Zukunft daran hindern soll, über Serbien nach Ungarn zu gelangen.

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