US-Präsident Donald Trump bei den Vereinten Nationen | Bildquelle: AFP

Vor Trumps UN-Rede Warten auf "prinzipientreuen Realismus"

Stand: 19.09.2017 02:17 Uhr

Die UN-Premiere lief für Donald Trump schon einmal nicht schlecht. Heute hält er vor der UN-Vollversammlung eine Rede. Die Botschaft - noch unbekannt, doch eine Prise "prinzipientreuen Realismus" wird wohl nicht fehlen.

Von Georg Schwarte, ARD-Studio New York

Die Kameras klicken, es ist Zeit fürs Familienfoto: Da stehen sie - die Außenminister, der deutsche Botschafter und eben er, Donald J. Trump. "Bitte lächeln", ruft der Fotograf.

Das Lächeln nach seinem ersten Auftritt bei den Vereinten Nationen muss Trump, der Präsident, noch lernen. Seinen scharfen Blick offenbar nicht mehr, wie die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley, Trumps Vorposten in New York, Minuten vorher betont: "Er hat das Auge eines Geschäftsmannes."

Es gab höflichen Beifall für den Mann, der offenbar auch bei den UN großes Potenzial ausgemacht hat, aber eben verborgenes.

Isabel Schayani, ARD New York, über Trumps Haltung zu den UN
morgenmagazin, 19.09.2017

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Auftakt ohne Pannen

Die Amerikaner hatten eingeladen und 128 Nationen kamen und unterzeichneten das, was die USA eine politische Deklaration zur notwendigen UN-Reform nannten. "Die Reaktion darauf ist fantastisch", bilanzierte Haley.

Dass Russland sich weigerte, eine Deklaration aus amerikanischer Feder zur UN-Reform zu unterzeichnen - geschenkt. Präsident Trump, der Geschäftsmann mit dem Blick für Potenzial, hatte andere Sorgen: die UN - in den vergangenen Jahren durch Missmanagement und Bürokratie gelähmt, wie er sagt. Antonio Guterres, der UN-Generalsekretär saß daneben und nickte während Trump aufzählte: "Das UN-Personal wurde seit 2000 verdoppelt. Aber es gibt keine Ergebnisse für dieses Investment." Das soll, das müsse sich ändern, sagte Trump und Guterres sagte es auch.

Der Auftakt von Trump lief ohne Pannen, wohl auch weil der Präsident sich an sein Manuskript hielt. Ob er das heute, bei seinem ersten Auftritt vor den Vereinten Nationen als Redner im Weltsaal ebenso hält, bleibt abzuwarten. Trumps Doktrin ist seit seiner Amtseinführung allen klar: "America First, America First."

Megathema Klimawandel

Die Welt schaut heute nach New York. Was wird Trumps Botschaft sein? Prinzipientreuen Realismus, so sagt es ein enger Mitarbeiter, den werde es geben. Trump habe kein Interesse an Nation-Building, kein Interesse weltweit Demokratie zu verbreiten, er habe Interesse an Sicherheit. Was aber sagt der US-Präsident zu Nordkorea, zum Iran, zu Russland, zu Myanmar und zum Klimawandel?

Bei den UN saßen sie gestern zu eben jenem Klima-Megathema zusammen, ohne Trump - und niemand wusste wirklich zu sagen: Hat Washington den Klimavertrag gekündigt? Oder vielleicht doch nicht? Oder nur ein bisschen?

Donald Trump und Antonio Guterres | Bildquelle: REUTERS
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Demonstrierten Partnerschaftlichkeit: Antonio Guterres und Donald Trump.

Michael Bloomberg, der den Kampf gegen Klimawandel für die Städte anführt, fasste das so zusammen: "Wir sind drin, wir sind draußen, wir sind drin, wir sind draußen. Und das ist alles, was Sie wissen müssen."

Warten auf Trumps Botschaft

Antonio Guterres saß daneben, lächelte still und schoss trotz der Allianz mit den USA in Sachen UN-Reform einen kleinen Giftpfeil Richtung Trump. Keine Regierung allein könne diese Herausforderung des Klimawandels meistern, selbst wenn sie wolle, aber nicht jede Regierung wolle ja, ätzte er.

Heute beginnt also die 72. UN-General-Debatte. Auf Guterres und den brasilianischen Präsidenten folgt als dritter Redner Trump - mit prinzipientreuem Realismus. Was immer das ist.

Rückblick und Ausblick auf Trumps UN-Rede
Georg Schwarte, ARD New York
19.09.2017 15:09 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 19. September 2017 um 00:30 Uhr.

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