Irans Präsident Rouhani | Bildquelle: AFP

Nach Trumps Warnung Iran droht mit resoluter Antwort

Stand: 20.09.2017 18:59 Uhr

Irans Präsident Rouhani hat versichert, dass sich sein Land an das Atomabkommen hält: "Wir sind nicht unehrlich", sagte er als Antwort auf Trumps Rede gestern. Zugleich warnte er, sein Land würde entschlossen auf eine Aufkündigung des Vertrags reagieren.

Bei der UN-Vollversammlung in New York hat der iranische Präsident Hassan Rouhani mit einer entschiedenen Reaktion gedroht, sollten die USA oder ein anderer Vertragspartner das Atomabkommen verletzen.

"Der Iran wird das Abkommen nicht zuerst verletzen, aber auf jede Verletzung durch die Partner werden wir entschlossen und resolut antworten", sagte Rouhani. "Es wäre sehr schade, wenn das Abkommen von schurkischen Anfängern auf der politischen Bühne zerstört werden würde", sagte Rouhani. "Wenn die neue US-Regierung das Abkommen verletzt, verletzt sie nur ihre eigene Glaubwürdigkeit."

Rouhani verteidigte das Abkommen. Es sei ein Zeichen der moderaten Politik des Iran und international begrüßt und unterstützt worden. "Es gehört deswegen der internationalen Gemeinschaft und nicht nur ein oder zwei Ländern." Das Abkommen zu kündigen, wäre eine "verlorene Chance".

Die gestrige Verbalattacke von US-Präsident Donald Trump bei seiner Rede vor der UN-Vollversammlung verurteilte der iranische Außenminister Dschawad Sarif als "ignorante Hass-Rede". Die Äußerungen gehörten ins Mittelalter, nicht in die heutige Zeit, twitterte der Minister.

"Keine Aussage über einen Ausstieg der USA"

Trump hatte das Abkommen mit dem Iran am Dienstag in der Generaldebatte der UN-Vollversammlung als Schande bezeichnet und es zuvor schon wiederholt in scharfen Worten kritisiert. Im Oktober will er eine Entscheidung dazu bekannt geben. Die US-Regierung muss dem Kongress alle drei Monate mitteilen, ob der Iran die Bedingungen der Vereinbarung erfüllt. Die nächste Frist läuft am 15. Oktober ab.

Die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley versuchte nun Trumps Worte zu erläutern: Er habe nicht erklärt, dass er aus der internationalen Vereinbarung aussteigen wolle. Trump habe lediglich signalisieren wollen, dass er mit dem Abkommen nicht zufrieden ist.

US-Präsident Trump hält seine erste Rede vor der UN-Vollversammlung. | Bildquelle: REUTERS
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Trump griff in seiner Rede den Iran an.

IAEA: Iran hält sich an das Abkommen

Russland wies Trumps Forderung scharf zurück. "Das ist extrem besorgniserregend." sagte Außenminister Sergej Lawrow. Russland werde den Vertrag verteidigen.

Außenminister Sigmar Gabriel warnte vor einer Aufkündigung des Vertrags: "Diesen Vertrag zu kündigen oder zu beschädigen, wäre ein großer Rückschritt und eine wirkliche Gefahr für Frieden und Stabilität in der Region."

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte das Abkommen bereits gestern als gute Vereinbarung verteidigt. Eine Abkehr davon wäre ein schwerer Fehler, es nicht zu respektieren wäre unverantwortlich, so Macron.

Das Abkommen über das iranische Atomprogramm war 2015 nach langen Verhandlungen zustande gekommen. Alle anderen UN-Vetomächte sowie Deutschland sehen in den ausgehandelten Beschränkungen des Nuklearprogramms eine wirkungsvolle Maßnahme zur rein zivilen Nutzung der Atomkraft.

Nach Erkenntnissen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hält sich der Iran an das Abkommen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. September 2017 um 20:00 Uhr.

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