eine sudanesische Bäuerin  | Bildquelle: dpa

Einigung auf neue UN-Entwicklungsziele Bis 2030 den Planeten retten

Stand: 03.08.2015 05:21 Uhr

Die Armut und den Hunger in der Welt beseitigen - auf diese und weitere, ehrgeizige Vorhaben haben sich die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen geeinigt. Die insgesamt 17 "nachhaltigen Entwicklungsziele" sollen bis 2030 umgesetzt werden.

Diplomaten und Experten aus aller Welt haben nach einwöchigen Beratungen die UN-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung bis 2030 festgelegt. Die Delegierten aus 193 Ländern verständigten sich in New York auf einen rund 30-seitigen Aktionsplan mit dem Titel "Unsere Welt verändern - Programm für nachhaltige Entwicklung bis 2030". Den Katalog sollen die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen im Rahmen ihrer Generaldebatte Ende September in New York beschließen.

Einigung auf neue Pläne bis 2030
tagesschau 20:00 Uhr, 03.08.2015, Markus Schmidt, ARD New York

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Armut und Hunger beseitigen

Das Programm enthält 17 grundlegende Entwicklungsziele. Das erste Ziel ist die Beendigung der Armut "in allen Formen und überall in der Welt". Sie betrifft derzeit eine Milliarde Menschen weltweit, die mit weniger als 1,25 Dollar, umgerechnet etwa 1,14 Euro pro Tag, auskommen müssen. Die meisten von ihnen leben in Afrika und in Asien. Auch die Beseitigung des Hungers wird als weiteres Ziel genannt. Die gegenwärtige Generation könne "die erste sein, die die Armut ausrottet" und ebenso die letzte, die den Planeten retten könnte, heißt es in dem Aktionsplan.

Außerdem soll allen Menschen Zugang zu sauberem Wasser garantiert werden. Überall auf der Erde sollen Jungen und Mädchen eine kostenlose Grundschulbildung bekommen, Frauen und Mädchen nicht mehr benachteiligt werden, und jeder Mensch soll Zugang zu verlässlicher, umweltschonender Energie bekommen. Ein weiteres Ziel ist der Kampf gegen den Klimawandel.

Die 17 Vereinbarungen sollen ab dem 1. Januar 2016 gelten. Ihre Umsetzung ist freiwillig und jeder Staat entscheidet selbst über die Maßnahmen zur Erreichung der Ziele. Allerdings sollen die Fortschritte regelmäßig überprüft werden.

Anknüpfung an Milleniumsziele

Die jetzt vereinbarten 17 "nachhaltigen Entwicklungsziele" sollen die Erfolge der sogenannten Jahrtausendziele sichern. Im Jahr 2000 hatten Politiker aus aller Welt unter dem Dach der UN die "Millennium Development Goals" verabschiedet. Innerhalb von 15 Jahren sollte die Zahl der Hungernden halbiert, jedes Kind eine Grundschulbildung bekommen, die Kindersterblichkeit um zwei Drittel gesenkt und Frauen und Mädchen sollten gleichberechtigt werden.

So hat sich die Zahl der Menschen, die am Tag mit 1,25 Dollar auskommen müssen, den Vereinten Nationen zufolge in den vergangenen 25 Jahren mehr als halbiert. Auch Kinder- und Müttersterblichkeit fielen deutlich, allerdings zum Teil nicht um die angestrebten Werte. Auch bei der Beteiligung von Mädchen und Frauen seien "dramatische Fortschritte" gemacht worden, hieß es.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. August 2015 um 14:00 Uhr.

Darstellung: