Vitali Klitschko | Bildquelle: dpa

Stichwahlen in der Ukraine Klitschko siegt - der Maidan verliert

Stand: 16.11.2015 02:03 Uhr

In Kiew und 28 weiteren ukrainischen Großstädten sind neue Bürgermeister gewählt worden. Amtsinhaber Klitschko setzte sich laut Befragungen in der Hauptstadt souverän durch. Aber insgesamt war der Wahltag für die Maidan-Aktivisten ein Dämpfer.

Von Jan Pallokat, ARD-Hörfunkstudio Moskau, zzt. Kiew

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat Amtsinhaber Vitali Klitschko erwartungsgemäß das Rennen um den Bürgermeisterposten gemacht. Nach Nachwahlbefragungen ließ der frühere Box-Champion mit 72 Prozent der abgegebenen Stimmen seinen Herausforderer, den nationalistischen Politiker Borislaw Beresa, deutlich hinter sich.

Von solchen Zustimmungsraten wie Klitschko können andere Gallionsfiguren der Maidan-Revolution nur träumen, allen voran Premierminister Arsenij Jazenjuk. Dessen Partei "Volksfront" war bei den Regionalwahlen wegen Chancenlosigkeit gar nicht erst angetreten. Andere Großstädte bleiben fest in der Hand jener, die früher in einem Boot mit Ex-Präsident Janukowitsch saßen: Odessa, Charkiw und weitere Großstädte werden weiterhin von eher pro-russischen Bürgermeistern geführt.

Kopf-an-Kopf-Rennen in Dnjepropetrowsk

Spannend blieb es in der Nacht in der östlichen Wirtschaftsmetropole Dnjepropetrowsk. Dort liegt ein Geschäftspartner des örtlichen Oligarchen Kolomojskis Kopf an Kopf mit einem Vertreter des Ancién Regimes: Bürgermeister-Anwärter Alexander Wilkul war bereits stellvertretender Regierungschef der Ukraine, und zwar zu Zeiten des nach Russland geflohenen früheren Präsidenten Janukowitsch. In den Nachwahlbefragungen lag am Abend mal der eine, mal der andere Kandidat vorn.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 15. November 2015 um 00:45 Uhr.

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