Waffenruhe wird nicht eingehalten OSZE-Beobachter in Ostukraine beschossen

Stand: 27.12.2015 22:01 Uhr

In der Ostukraine sind Mitarbeiter der OSZE-Beobachtermission beschossen worden. Sie seien unweit von Mariupol mit kleinkalibrigen Waffen unter Feuer genommen worden, so die Organisation. In den vergangenen Tagen nahmen die Spannungen zwischen den Konfliktparteien zu.

Der kürzlich noch einmal von den Konfliktparteien bekräftigte Waffenstillstand in der Ostukraine wird immer aufs Neue gebrochen. Unweit der Hafenstadt Mariupol wurden Mitarbeiter der Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beschossen. Die Gruppe sei im Dorf Kominternowe mit kleinkalibrigen Waffen unter Feuer genommen worden, teilte die Organisation mit. Die Beobachter hätten sich danach zurückgezogen. Verletzte gab es demnach nicht.

Ein Bewaffneter der ukrainischen Seite nahe der Stadt Mariupol (Archivbild vom 5. Mai 2015) | Bildquelle: dpa
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In den vergangenen Tagen wuchsen die Spannungen in der Ostukraine wieder. Hier ein Bewaffneter der ukrainischen Seite nahe der Stadt Mariupol (Archivbild vom 5. Mai 2015)

Auch ein ranghoher Separatistenvertreter soll betroffen gewesen, hieß es. Rund um den Ort hatten sich die Spannungen in den vergangenen Tagen verschärft. Das 20 Kilometer südwestlich gelegene Mariupol am Asowschen Meer wird von ukrainischen Regierungstruppen gehalten.

Ein Sprecher der prorussischen Separatisten, Eduard Bassurin, teilte mit, offensichtlich hätten die Regierungstruppen das Feuer eröffnet. Die Regierung in Kiew äußerte sich bisher nicht.

Ein OSZE-Beobachter beobachtet den Rückzug eines Panzers der ukrainischen Armee in der Region Lugansk. | Bildquelle: REUTERS
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Die OSZE soll den Waffenstillstand zwischen den Konfliktparteien überwachen, hier beim Abzug von Panzern in der Nähe von Lugansk im Oktober.

Armee und Separatisten warfen sich am Wochenende zahlreiche Verstöße gegen die erst am Dienstag bekräftigte "bedingungslose Waffenruhe" vor, die wegen der Feiertage vereinbart worden war. So erklärte die ukrainische Regierung, bei der Ortschaft Sajzewo im Gebiet Donezk seien bei Gefechten Geschosse auf ein Wohnhaus gefallen. Eine verletzte Frau sei auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben.

Der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin sprach sich angesichts der andauernden Spannungen für eine Verlängerung des OSZE-Beobachtereinsatzes aus. Deren Mandat läuft im März 2016 aus.

Im Konfliktgebiet sind etwa 500 Mitarbeiter im Einsatz. Die Mission wurde bereits vorher Ziel von Angriffen. So wurde im August 2015 ein Brandanschlag auf OSZE-Fahrzeuge in der von Separatisten gehaltenen Stadt Donezk verübt.

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