Henry Bolton, Parteivorsitzender von Ukip | Bildquelle: dpa

Zukunft des Ukip-Parteichefs Vorstand spricht Bolton Misstrauen aus

Stand: 22.01.2018 08:53 Uhr

Muss Ukip-Parteichef Bolton gehen? Der Vorstand hat ihm das Misstrauen ausgesprochen, nun wird ein Sonderparteitag einberufen. Boltons Freundin hatte rassistische Nachrichten über Prinz Harrys Verlobte verschickt.

Der Vorstand der rechtspopulistischen britischen Unabhängigkeitspartei (Ukip) hat Parteichef Henry Bolton das Misstrauen ausgesprochen. Die Entscheidung fiel einstimmig. Damit legte das Exekutivkomitee die Basis für einen Rauswurf Boltons innerhalb der nächsten Wochen.

Über die Zukunft des 54-Jährigen entscheiden nun die Parteimitglieder. Durch das Misstrauensvotum werde automatisch ein Sonderparteitag einberufen, sagte ein Parteisprecher. Dieser müsse binnen 28 Tagen stattfinden.

Bereits seit einer Woche gab es Rufe nach Boltons Rücktritt. Seine 25-jährige Freundin Jo Marney hatte rassistische Textnachrichten verschickt, in denen sie wiederholt die Verlobte von Prinz Harry, die US-Schauspielerin Meghan Markle, beleidigt hatte.

Bolton hatte sich unmittelbar nach Bekanntwerden des Skandals von seiner Freundin getrennt. Er unterstütze derartige Äußerungen nicht, deshalb sei die Romanze seit der "vorigen Nacht" zu Ende.

Prinz Harry und Meghan Markle bei einem TV-Interview | Bildquelle: AP
galerie

Prinz Harry und seine Verlobte Meghan Markle bei einem TV-Interview.

Kraftverschwendung, um Boltons "Privatleben zu verteidigen"

Der Ukip-Europaabgeordnete Bill Etheridge hatte vor einer Woche erklärte, die Partei verschwende ihre Kräfte, "um Henrys Privatleben zu verteidigen". Bolton habe "nicht die Erfahrung, den politischen Grips", um die Partei zu führen. "Er muss gehen, er muss schnell gehen, er muss so leise wie möglich gehen", war seine Forderung.

Bolton ist bereits der dritte Ukip-Chef, seit der langjährige Parteivorsitzende Nigel Farage den Posten nach dem erfolgreichen Brexit-Votum der Briten im Juni 2016 abgegeben hatte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Januar 2018 um 07:00 Uhr.

Darstellung: