Twitter schließt 125.000 Accounts | Bildquelle: REUTERS

Wegen Verbindung zum Terrorismus Twitter sperrt 125.000 Benutzerkonten

Stand: 06.02.2016 02:53 Uhr

Twitter steht seit langem in der Kritik, zu wenig gegen "terroristische Inhalte" zu tun - und hat reagiert. Nach eigenen Angaben wurden seit Mitte 2015 rund 125.000 Zugänge gesperrt. Die betroffenen Nutzer hätten im Zusammenhang mit dem IS gedroht.

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Studio Los Angeles

Twitter hat 125.000 Twitter-Konten gesperrt. In einem Eintrag im Firmenblog schreibt das Unternehmen, es habe sich vor allem um Konten in Verbindung zur Terrormiliz IS gehandelt, deren Inhaber terroristische Handlungen angedroht oder dafür geworben hätten. Darüber hinaus habe Twitter die Anzahl der Mitarbeiter erhöht, die die Beschwerden anderer Nutzer über mögliche terroristische Inhalte prüfen.

Damit wird auch klar, dass Twitter weiterhin nur re-agiert: Die Firma räumt ein, es gebe keinen - so wörtlich - “magischen Algorithmus”, der terroristische Inhalte ausfindig machen könne. Deshalb seien globale Online-Plattformen gezwungen, auf Grund von relativ begrenzten Informationen zu entscheiden, ob ein Konto gesperrt wird.

Zusammenarbeit mit dem FBI

Bislang hatten Extremisten, wenn ihr Zugang gelöscht wurde, oft einfach einen neuen angelegt. Dem Blogeintrag zufolge versucht Twitter inzwischen auch, solche ähnlichen Konten ausfindig machen und zu sperren. Twitter arbeitet nach eigenen Angaben auch mit staatlichen Ermittlungsbehörden zusammen, etwa dem FBI.

Die US-Regierung hatte ebenso wie andere Staaten von Twitter gefordert, verstärkt gegen terroristische Inhalte vorzugehen. In der Vergangenheit hatten zum Beispiel IS-Anhänger auf Twitter Links zu Videos gepostet, die die Enthauptung von Geiseln zeigten.

Terroristen steigen auf andere Kanäle um

In der Erklärung von Twitter heißt es aber auch, dass die Firma bemüht sei, ein Gleichgewicht zu finden zwischen dem Durchsetzen der eigenen Regln und staatlicher Gesetze auf der einen Seite und der Möglichkeit, dass die Nutzer ihre Ansichten frei ausdrücken können - auch solche, mit denen - so wörtlich - manche Leute nicht einverstanden seien oder die sie als beleidigend empfänden. Und natürlich hören die Terroristen und ihre Anhänger durch Twitters Schritte nicht auf, ihre Inhalte zu verbreiten - Twitter selbst sagt, dass die Extremisten einfach auf andere Kanäle und Plattformen im Netz umgestiegen sind.

Twitter sperrt rund 125.000 Konten
W. Stuflesser, ARD Los Angeles
06.02.2016 15:56 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Februar 2016 um 10:00 Uhr.

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