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Transparenz im Netz Twitter will Wahlwerbung kennzeichnen

Stand: 25.10.2017 14:02 Uhr

Der Kurznachrichtendienst Twitter will politische Werbung in seinem Angebot künftig besser kennzeichnen. Hintergrund ist die mutmaßliche Beeinflussung des US-Wahlkampfs aus Russland - allerdings greift die Transparenz-Offensive etwas kurz.

Der US-Präsidentschaftswahlkampf und die mutmaßliche Einmischung von russischer Seite hat auch Monate später noch Folgen. Der Kurznachrichtendienst Twitter etwa kündigte nun an, in Zukunft Wahlwerbung in seinen Angeboten deutlicher zu kennzeichnen. Ein sogenanntes Transparenz-Center solle eingerichtet werden, schrieb der Manager für Finanzen und Produktentwicklung, Bruce Falck, in einem Blog.

Visueller Hinweis auf politische Werbung

Künftig solle so für die Nutzer nachvollziehbarer werden, wer hinter der Finanzierung einer Anzeige steht und wie lange eine Werbekampagne bereits läuft. Um Werbung von privater Meinungsäußerung abzuheben, solle sie dazu mit einem "visuellen Hinweis auf politische Werbung" kenntlich gemacht werden, hieß es weiter. Bei Twitter ist es Kunden möglich, Geld zu bezahlen, um mit ausgewählten Tweets in den Nachrichten von Nutzern aufzutauchen.

Schwächen in der Offensive

Die neue Transparenz-Offensive des Unternehmens hat allerdings eine Schwachstelle: Sie gilt ausschließlich für eindeutig erkennbare Wahlwerbung, bei der Kandidaten oder Parteien namentlich genannt werden. Die vermutlich aus Russland stammenden Tweets zur US-Wahl waren aber von als vermeintlich real getarnten Profilen als normale Beiträge getwittert worden. Damit würden sie von den neuen Kennzeichnungen gar nicht erfasst werden.

Beeinflussung zugunsten von Trump?

Nach der US-Wahl im November 2016 waren immer wieder Stimmen laut geworden, die besagten, dass russisch finanzierte Inhalte in Online-Netzwerken gezielt platziert wurden. So sollte offenbar die Wahl zugunsten von Donald Trump beeinflusst werden. Twitter sowie Facebook bestätigten bereits, russisch finanzierte Inhalte entdeckt zu haben. Auch bei dem Internet-Unternehmen Google soll dies laut einem Bericht der "Washington Post" der Fall sein.

Der US-Kongress beschäftigt sich am 1. November mit dem Thema. Vertreter mehrerer großer Internetkonzerne sind zu einer Anhörung geladen. Twitter-Konkurrent Facebook hatte zuvor ebenfalls Schritte für mehr Transparenz angekündigt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Oktober 2017 um 06:39 Uhr.

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