Twitter  | Bildquelle: REUTERS

Vorgehen gegen IS-Propaganda Twitter bittet User um Mithilfe

Stand: 14.03.2015 11:39 Uhr

Um Propaganda des "Islamischen Staates" aus dem Netzwerk zu entfernen, stockt Twitter Personal in den entsprechenden Abteilungen auf. Allerdings sei es nicht möglich, alle Tweets selbst zu durchsuchen, teilte Twitter-Anwältin Gadde dem US-Kongress mit. Die Nutzer sollen daher verstärkt mithelfen.

Twitter will seine Bemühungen verstärken, gegen Propaganda von Unterstützern der Terrororganisation "Islamischer Staat" vorzugehen. "Wir nehmen das ernst und haben die betreffenden Teams aufgestockt", schrieb Unternehmensjuristin Vijaya Gadde an einen Ausschuss des US-Kongresses. Entsprechende Inhalte würden so schnell wie möglich entfernt.

Twitter werde das Netzwerk allerdings nicht selbst nach möglicher IS-Propaganda durchforsten, schrieb die Anwältin in dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Alle Tweets zu durchsuchen, sei angesichts der Menge nicht möglich. Stattdessen sollten Nutzer das Unternehmen über eine Meldefunktion auf Nachrichten aufmerksam machen. Dann werde geprüft, ob die Tweets gegen die Regeln verstoßen.

Tausende Twitter-Profile bereits gelöscht

"Wir haben tausende Twitter-Profile von Terror-Organisationen oder Unterstützern gelöscht, weil ihre Gewaltdarstellungen gegen unsere Nutzungsbedingungen verstoßen", erklärte Gadde. Bereits vor einigen Tagen hatte Twitter mitgeteilt, wegen der Sperrung von Nutzerkonten Drohungen erhalten zu haben, die sich auch gegen Firmengründer Jack Dorsey richten.

Die US-Abgeordneten hatten Twitter gebeten, mehr gegen die Verbreitung extremistischer Propaganda von Terroristen zu unternehmen. IS-Kämpfer nutzen Twitter und andere Online-Netzwerke massiv, um Gräueltaten zu präsentieren und Anhänger anzulocken.

Mindestens 46.000 Dschihadisten auf Twitter

Einer vergangene Woche veröffentlichten Studie zufolge haben IS-Unterstützer in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres mindestens 46.000 Twitter-Profile betrieben. Forscher des Politikinstituts Brookings in Washington fanden die meisten Twitter-Nutzer mit IS-Verbindungen in Saudi-Arabien, gefolgt von Syrien, dem Irak und den USA. Drei Viertel der Kurzbotschaften seien in arabischer Sprache verfasst worden, knapp jeder fünfte IS-Unterstützer auf Twitter schrieb demnach auf Englisch.

Den Angaben zufolge hatten die IS-Konten im Durchschnitt tausend Abonnenten und damit mehr Reichweite als die meisten Twitter-Nutzer.

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