Tusk und Davutoglu in Ankara | Bildquelle: AFP

Vor dem EU-Flüchtlingsgipfel Tusks Turbodiplomatie

Stand: 03.03.2016 21:23 Uhr

Vor dem EU-Flüchtlingsgipfel ist Ratspräsident Tusk erst nach Athen und dann nach Ankara geflogen. Die Türkei drängte er, mehr illegal nach Griechenland eingereiste Migranten zurückzunehmen. Gleichzeitig lobte er die Zusammenarbeit mit der EU.

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat vor dem EU-Gipfel zur Flüchtlingskrise mit der Türkei die Erwartungen gedämpft. Um die Punkte des Aktionsplans umzusetzen, brauche es "Geduld und Zeit", sagte Tusk nach einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu in Ankara. Das wichtigste sei, Vertrauen zwischen den Verhandlungspartnern zu schaffen.

Tusk betonte erneut, dass noch immer zu viele Flüchtlinge von der Türkei aus nach Griechenland gelangten: "Weitere Maßnahmen sind erforderlich", sagte er. Die Türkei müsse selbst entscheiden, wie sie den Flüchtlingsstrom in die EU am besten eindämme.

Geschäftsmodell der Schmuggler wirksam kaputtmachen

Zugleich lobte Tusk, dass die Türkei inzwischen besser mit der EU zusammenarbeite. So seien die Patrouillen der Küstenwache verstärkt und die Visa-Auflagen für Drittstaatenangehörige verschärft worden. Der vielversprechendste Ansatz sei für viele in Europa, "irreguläre" Migranten sofort nach ihrer Ankunft in Griechenland mit Schiffen wieder zurück in die Türkei zu bringen. "Das würde das Geschäftsmodell der Schmuggler wirksam kaputtmachen."

Tusk war am Donnerstag aus Athen nach Ankara gereist, um den EU-Sondergipfel zur Flüchtlingskrise am Montag vorzubereiten. Am Freitag will er mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sprechen. Die Türkei ist zu dem Sondergipfel eingeladen.

Die EU sucht nach Lösungen in der Flüchtlingskrise
nachtmagazin 00:02 Uhr, 04.03.2016, Stephanie Stauss, ARD Rom, zz. Idomeni

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Die Türkei ist für die EU entscheidend für die Entschärfung der Flüchtlingskrise. Brüssel und Ankara hatten schon im November einen gemeinsamen Aktionsplan vereinbart. Dieser sieht Visa-Erleichterungen für türkische Bürger, beschleunigte Beitrittsverhandlungen mit der Türkei und drei Milliarden Euro zur Flüchtlingsversorgung zu, wenn Ankara die ungeregelte Migration deutlich eindämmt. Im Januar und Februar sind nach UN-Angaben aber 122.000 Flüchtlinge aus der Türkei nach Griechenland gelangt.

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