Der turkmenische Präsident Berdimuchamedow | Bildquelle: REUTERS

Wahl in Ex-Sowjetrepublik 98 Prozent für Turkmenistans Präsidenten

Stand: 13.02.2017 09:33 Uhr

Turkmenistan ist reich an Öl - und dennoch isoliert wie kein anderes Land. Präsident Berdimuchamedow wurde nun mit rund 98 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Er regiert die Ex-Sowjetrepublik bereits seit 2006 weitgehend autoritär.

Bei der Präsidentschaftswahl in Turkmenistan ist Amtsinhaber Gurbanguli Berdimuchamedow laut dem vorläufigem Ergebnis mit fast 98 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden. Das teilte die Wahlkommission des zentralasiatischen Landes mit. Der seit dem Tod des langjährigen Staatschefs Saparmurat Nijasow im Jahr 2006 amtierende Berdimuchamedow kann damit eine dritte Amtszeit antreten.

Andere Kandidaten chancenlos

Nach Angaben der Wahlkommission gab es bei dem Urnengang am Sonntag eine große Beteiligung. Acht andere Kandidaten waren zu der Präsidentschaftswahl angetreten, ihnen waren jedoch keinerlei Chancen eingeräumt worden. Bei der Wahl 2012 hatte der autoritär regierende Berdimuchamedow 97,1 Prozent der Stimmen erzielt.

Im vergangenen September war die Amtszeit des Präsidenten von fünf auf sieben Jahre verlängert und die Altershöchstgrenze für den Staatschef abgeschafft worden.

Weitgehend isoliert

Die Turkmenen sind darauf eingestellt, dass der 59-jährige Berdimuchamedow wie sein Vorgänger lebenslang im Amt bleiben will. Der turkmenische Präsident ist mit einer großen Machtfülle ausgestattet: Er ist zugleich Regierungs- und Armeechef und kontrolliert Medien und Zivilgesellschaft. Die ehemalige Sowjetrepublik, die große Erdöl- und Erdgasvorkommen hat, zählt zu den isoliertesten Staaten der Welt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Februar 2017 um 10:00 und 12:00 Uhr in den Nachrichten.

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