AKP-Wahlplakat in der Türkei | Bildquelle: AFP

Türkei Vier Tote bei Wahlkampfauftritt

Stand: 15.06.2018 00:33 Uhr

Im Südosten der Türkei ist es bei einem Wahlkampfauftritt eines AKP-Parlamentariers zu einer Schießerei gekommen. Dabei starben vier Menschen - darunter auch der Bruder des Politikers.

Im mehrheitlich von Kurden bewohnten Südosten der Türkei ist ein Wahlkampfauftritt eines AKP-Politikers nach Meldungen der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu eskaliert. Der Parlamentarier Ibrahim Halil Yildiz, Mitglied der Regierungspartei AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan, besuchte den Ort Suruc. Dabei geriet seine Entourage in Streit mit mehreren Ladenbesitzern vor Ort.

Aus dem Streit entwickelte sich eine Schießerei. Vier Menschen wurden den Angaben zufolge getötet. Acht wurden verletzt. Die Polizei nahm nach Berichten zehn Menschen fest.

Acht Verletzte

Der Parlamentarier Yildiz habe den Angriff unverletzt überlebt, berichtete Anadolu. Sein älterer Bruder sei aber getötet worden. Wer die anderen Todesopfer sind, ist unklar.

Das regierungskritische Nachrichtenportal sendika.org berichtete, nachdem ein Geschäftsmann den Wahlkämpfern gesagt habe, dass er nicht die AKP wählen werde, sei der Streit ausgebrochen. AKP-Anhänger hätten daraufhin das Feuer eröffnet.

Ministerpräsident Binali Yildirim machte dagegen nach Angaben von Anadolu die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK für den Vorfall verantwortlich.

Appelle und Vorwürfe

Die pro-kurdische HDP kondolierte den Angehörigen der Toten und rief zur Ruhe auf. Der Wahlkampf dürfe nicht zu Blutvergießen führen, hieß es in einer HDP-Erklärung. Die Regierung müsse die Sicherheit des Wahlkampfes gewährleisten. Präsident Erdogan wirft der HDP vor, der verlängerte Arm der PKK im Parlament zu sein. Die HDP weist das zurück.

Die türkische Regierung geht seit Jahren hart gegen militante Kurden vor. Dabei kommt es nach Berichten von Menschenrechtsorganisationen immer wieder zu Opfern unter der Zivilbevölkerung und Verhaftungswellen.

In der Türkei werden am 24. Juni der Präsident und ein neues Parlament gewählt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Juni 2018 um 01:00 Uhr und um 06:00 Uhr in den Nachrichten.

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