In der Nähe von Ras Jedir steht ein tunesischer Soldat auf dem Grenzwall, der verhindern soll, dass Islamisten aus Libyen ins Nachbarland gelangen. | Bildquelle: AFP

Tunesien baut Sperranlage fertig Grenzwall gegen Islamisten aus Libyen

Stand: 07.02.2016 11:39 Uhr

Terroristen aus dem Nachbarland Libyen vom Grenzübertritt abhalten: Dieses Ziel will Tunesien mit einer etwa 200 Kilometer langen Sperranlage erreichen, die jetzt fertiggestellt wurde. Experten aus den USA und Europa sollen die Grenzsoldaten ausbilden.

Tunesien hat eine rund 200 Kilometer lange Sperranlage an der Grenze zu Libyen fertiggestellt, die verhindern soll, dass von dort Islamisten ins Land eindringen. Die Sperranlage - bestehend aus Sandwällen und Wassergräben - erstreckt sich vom Grenzübergang Ras Jedir an der Mittelmeerküste bis nach Dehiba weiter südwestlich.

Damit ist nun etwa die Hälfte der Grenze zu Libyen vor allem für Fahrzeuge nicht mehr problemlos zu überqueren. Die Schutzwälle sind teilweise mehrere Meter hoch. Nach den Worten von Tunesiens Verteidigungsminister Farhat Hachani ist geplant, die gesamte Grenze für Fahrzeuge unpassierbar zu machen.

Experten aus USA und Europa bilden Soldaten aus

Nun begännen Experten aus den USA und Europa mit der Ausbildung tunesischer Soldaten für die Nutzung der elektronischen Überwachungssysteme, ergänzte Hachani. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass die Anlage bereits zu einem Rückgang des Schmuggels geführt habe.

Für den Bau hatte sich die Regierung nach dem Terrorangriff im Badeort Sousse entschieden, bei der im Juni vergangenen Jahres 38 Menschen starben. Der islamistische Attentäter soll in Libyen ausgebildet worden sein. In dem Bürgerkriegsland kämpfen zahlreiche tunesische Extremisten in den Reihen dschihadistischer Milizen. Die mehr als 500 Kilometer lange Grenze war bisher durchlässig für Waffenschmuggler und Milizionäre.

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