Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan | Bildquelle: REUTERS

Grenzsicherung zum Iran Die Türkei mauert sich ein

Stand: 08.08.2017 21:17 Uhr

Der türkische Regierung macht die Grenze zum Iran dicht. Eine sogenannte "Sicherheitsmauer" soll verhindern, dass kurdische Kämpfer und Schmuggler aus dem Nachbarland in die Türkei gelangen. Präsident Erdogan hatte den Bau angeordnet, nun wurde das erste Teilstück errichtet.

Die Türkei hat mit dem Bau einer Mauer an der Grenze zum Iran begonnen. Wie die Verwaltung der östlichen Provinz Agri mitteilte, besichtigte der Provinzgouverneur Süleyman Elban die Arbeiten an der "Sicherheitsmauer".

MENAnalyst @jacksanders1965
#Turkey building wall at #IRAN ian border areas where YPG=PKK may be active in Agri area, both will share intelligence to against the group https://t.co/Hr4iXeft9D

Fotos zeigten Kräne, die zwei Meter breite Betonelemente entlang der Grenze platzieren. Die drei Meter hohe Mauer soll die Infiltration von kurdischen Kämpfern und Schmugglern aus dem Nachbarland verhindern.

Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte den Bau der 144 Kilometer langen Mauer Anfang Juni angekündigt. Sie richtet sich in erster Linie gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, die im Südosten der Türkei seit Jahrzehnten gegen den türkischen Staat kämpft, sowie die PKK-nahe Rebellengruppe PJAK, die im kurdischen Nordwesten des Iran Anschläge auf die iranischen Sicherheitskräfte und Behörden verübt.

Cemal @Acemal71
Turkey start to building wall to its border with #Iran in Ağrı province to prevent smugglers and terrorists. V @TyrannosurusRex https://t.co/7CHhkoNXBZ

Betonmauer auch an Grenze zu Syrien

Die Türkei hat bereits entlang weiter Teile der Grenze zu Syrien eine Mauer errichtet, um die illegale Einreise von Flüchtlingen und Extremisten aus dem Bürgerkriegsland zu verhindern. Verteidigungsminister Fikri Isik sagte im Juni, bisher seien 680 der 828 Kilometer langen Strecke fertiggestellt worden, entlang derer die Mauer errichtet werden soll.

Ankara hatte seine Grenze zu Syrien 2015 geschlossen und mit dem Bau der Mauer begonnen.

Die Arbeiterpartei Kurdistans, PKK

Die Arbeiterpartei Kurdistans ist in der Türkei verboten und steht dort sowie in der EU und den USA auf der Terrorliste. Von 1984 an kämpfte die PKK mit Waffengewalt für einen kurdischen Staat oder ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei. Inzwischen ist die PKK nach eigenen Angaben von der Maximalforderung eines unabhängigen Staates abgerückt. Im März 2013 erklärte die PKK eine Waffenruhe, die seit den Angriffen auf PKK-Stellungen im Irak 2015 und dem massiven türkischen Vorgehen gegen Kurden im Südosten des Landes praktisch beendet ist.

Darstellung: