Zeitungsstand in der Türkei

"Säuberungswelle" der Regierung Türkei schließt Zeitungen und TV-Sender

Stand: 27.07.2016 22:46 Uhr

Die Strategie der türkischen Regierung nach dem gescheiterten Putsch ist weiter hart. Per Dekret ordnete sie am Abend die Schließung von 45 Zeitungen und 16 Fernsehsendern an. Die Justiz hatte zudem 47 Haftbefehle gegen Journalisten erlassen.

Die Türkei hat einen weiteren Schritt im Zuge ihrer "Säuberungswelle" nach dem gescheiterten Militärputsch unternommen: Sie ordnete an, 45 Zeitungen und 16 Fernsehsender zu schließen. Das teilte ein Behördenvertreter mit, der damit ein Regierungsdekret bestätigte. Nach dem gescheiterten Militärputsch hatte die Regierung bereits zahlreiche kritische Journalisten ins Visier genommen und dutzende Haftbefehle ausgestellt.

Auch Radiosender und Verlage geschlossen

Laut dem im Amtsblatt veröffentlichten Regierungsdekret werden zudem drei Nachrichtenagenturen, 23 Radiosender, 15 Zeitschriften und 29 Verlagshäuser geschlossen. Die Namen der betroffenen Medien wurden von der Regierung nicht veröffentlicht. Laut dem Sender CNN-Türk waren unter anderen die Nachrichtenagentur Cihan, der pro-kurdische Sender IMC TV und die oppositionelle Tageszeitung "Taraf" betroffen.

Die Justiz hatte zuvor Haftbefehle gegen 47 frühere Mitarbeiter der Zeitung "Zaman" erlassen. "Zaman" war bis zur staatlichen Übernahme das Flaggschiff der Bewegung von Prediger Fethullah Gülen, den Präsident Recep Tayyip Erdogan für den Putschversuch verantwortlich macht.

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