Deniz Yücel | Bildquelle: dpa

"taz"-Korrespondentin zu Yücel "Yücel sagt, es geht ihm gut"

Stand: 01.03.2017 01:05 Uhr

Doris Akrap berichtet für die "taz" und hält sich derzeit privat in der Türkei auf. Der inhaftierte "Welt"-Korrespondent Yücel ist ein guter Freund. Nach der Gerichtsentscheidung konnte sie ihn kurz sehen. Im nachtmagazin berichtet sie über ihre Eindrücke.

Der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel muss in der Türkei für unbestimmte Zeit in Untersuchungshaft. Als die Entscheidung des Gerichts fiel, war auch Doris Akrap anwesend. Sie ist selbst Journalistin, arbeitet für die "Tageszeitung" (taz) und ist eine Freundin des 43-Jährigen. Für einen kurzen Moment konnte sie Yücel sehen, bevor es für ihn in Haft ging - "ihn kurz umarmen, küssen, ihn kurz frage, wie es ihm geht", berichtet sie im Interview mit dem ARD-"nachtmagazin".

Doris Akrap, Journalistin bei der "taz", zur Situation von Deniz Yücel in der Türkei
nachtmagazin 00:35 Uhr

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Yücel habe einen ganz guten Eindruck gemacht und gesagt, es gehe ihm gut, sagt Akrap. Einen "sehr langen Bart und sehr lange Haare" habe er bekommen - der "Welt"-Journalist hatte sich bis zur Urteilsverkündung bereits fast zwei Wochen in Polizeigewahrsam befunden.

"Eher Aktivist als ein Journalist"

Über den Fall des Korrespondenten hätten auch die türkischen Zeitungen berichtet, so Akrap, allerdings bei Weitem nicht in der Breite wie in Deutschland. Auch einige Politiker hätten sich geäußert, aber eher zurückhaltend - etwa aus der AKP. Ein Sprecher der Partei habe den Vorwurf des Terrors, der gegen Yücel erhoben wird, als "überzogen" bezeichnet. Yücel sei aber doch eher "Aktivist als Journalist", hieß es von der AKP weiter.

Akrap organisiert Proteste, um sich für die Freiheit Yücels stark zu machen. Und doch - in Zeiten des Ausnahmezustands in der Türkei - hat sie doch manchmal ein "komisches Gefühl", sagt sie. "Das Natürlichste der Welt wäre es gewesen, auf dem Taksim-Platz mit einem Free Deniz-Plakat zu stehen", sagt sie. Aber sie und auch weitere Kollegen hätten nicht gewusst, was dann passiert, ob sie nicht "einfach weggefangen werden - oder schlimmeres".

Doch sie will weitermachen mit den Protesten, das sei selbstverständlich. Und "ein Freundschaftsdienst" für Yücel.

Parteiübergreifende Solidarität mit Deniz Yücel
nachtmagazin 00:35 Uhr, 01.03.2017, Matthias Deiß, ARD Berlin

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Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 28. Februar 2017 um 00:35 Uhr.

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