Syrischer Außenminister Walid Muallem  | Bildquelle: REUTERS

Entsendung möglicher Bodentruppen "Aggressoren werden in Särgen zurückkehren"

Stand: 07.02.2016 01:51 Uhr

Der syrische Außenminister hat vor einem Bodeneinsatz in dem Bürgerkriegsland gewarnt. Die Regierung in Damaskus würde einen solchen Einsatz als "Aggression" werten. Währenddessen sammeln sich immer mehr Fliehende an der syrisch-türkischen Grenze.

Die syrische Regierung hat vor einer unaufgeforderten Entsendung ausländischer Bodentruppen in das Land gewarnt. Jegliche Intervention am Boden ohne syrische Zustimmung sei eine "Aggression", sagte der syrische Außenminister Walid Muallem. "Wir versichern euch, dass jeder Aggressor in einem hölzernen Sarg heimkehren wird."

Die Drohung richtet sich vor allem gegen Saudi-Arabien. Am Donnerstag hatte das sunnitische Königshaus, das in dem Konflikt die Anti-Assad-Rebellen unterstützt, seine Bereitschaft zur Entsendung von Bodentruppen im Kampf gegen den IS in Syrien bekundet. Sollte sich die US-geführte Koalition zu einem Bodeneinsatz entscheiden, "werden wir positiv dazu beitragen", sagte der saudische Brigadegeneral Ahmed al-Assiri.

Gefallene Iraner beigesetzt

In Teheran wurden sechs Soldaten der Revolutionsgarden beerdigt. | Bildquelle: dpa
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In Teheran wurden sechs Soldaten der Revolutionsgarden beerdigt.

Auf Seite der syrischen Armee kämpfen eine unbekannte Zahl von Hisbollah-Kämpfern aus dem Libanon und Militärberater aus dem Iran. In Teheran wurden sechs Angehörige der Revolutionsgarden beigesetzt, die bei Kämpfen in Nordsyrien getötet worden sein sollen. Der prominenteste Gefallene ist General Mohsen Ghajarian.

Die iranische Armee entsendet offiziell nur Militärberater nach Syrien, die dort nach offiziellen Angaben nicht an der Front kämpfen. Dennoch werden immer wieder Angehörige der Revolutionsgarden getötet.

Zehntausende Flüchtlinge an der Grenze

Währenddessen spitzt sich die Lage an der syrisch-türkischen Grenze weiter zu. Zehntausende Flüchtlinge aus den umkämpften Gebieten nahe der nordsyrischen Stadt Aleppo warten noch immer darauf, in die Türkei einreisen zu dürfen. Berichten zufolge harren zurzeit bis zu 20.000 Menschen am Übergang Bab al Salam aus. In der grenznahen Stadt Asas hatten sich UN-Angaben zufolge bis zu 10.000 Syrer versammelt. Insgesamt sollen sich laut Angaben des türkischen Außenministers bis zu 55.000 Menschen auf dem Weg an die Grenze befinden.

Türkei behauptet, die Grenze sei nicht geschlossen

Zehntausende Zivilisten bemühen sich momentan, von Syrien in die Türkei zu gelangen | Bildquelle: REUTERS
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Zehntausende Zivilisten bemühen sich momentan, von Syrien in die Türkei zu gelangen

Lokalen Medien zufolge waren Hilfsgüter und auch Zelte an die Vertriebenen ausgegeben worden. Wann und ob die Flüchtlinge in die Türkei einreisen dürfen, blieb aber weiter unklar. Der türkische Gouverneur der grenznahen Provinz Kilis erklärte, die Grenze sei keineswegs geschlossen. Es gebe nur keinen Anlass, Syrer in das Land zu lassen.

Die Bewohner der Region um Aleppo hatten ihre Heimat wegen heftiger Gefechte beim Vormarsch von Regimetruppen verlassen. Assads Einheiten hatten zuletzt mit Hilfe russischer Luftangriffe die wichtigste Nachschubroute der Rebellen aus der Türkei gekappt und auch den von Rebellen gehaltenen Belagerungsring um zwei Dörfer der Regimeanhänger nach drei Jahren durchbrochen. Mit der Offensive der Armee läuft der von den Rebellen gehaltene Teil Aleppos Gefahr, eingekesselt zu werden.

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