Ein russischer Kampfbomber vom Typ SU-34 (Bild vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums) | Bildquelle: AP

Russischer Botschafter einbestellt Türkei meldet russischen Jet in ihrem Luftraum

Stand: 30.01.2016 21:07 Uhr

Ein russischer Jagdbomber vom Typ SU-34 hat nach Angaben der Türkei ihren Luftraum verletzt. Das Flugzeug habe auf Warnungen nicht reagiert, so das Außenministerium. Die NATO mahnte Russland, solche Zwischenfälle zu vermeiden. Russland dementierte.

Die türkische Regierung hat erneut die Verletzung seines Lauftraums durch einen russischen Kampfjet vermeldet. Der Zwischenfall habe sich am Freitag 10.46 Uhr (MEZ) ereignet, teilte das türkische Außenministerium mit. Der Jagdbomber vom Typ SU-34 sei auf Russisch und Englisch gewarnt worden, habe aber nicht reagiert. Keine Angaben gibt es bislang darüber, wo genau die Luftraumverletzung erfolgt sein soll.

Der russische Botschafter sei wegen der Luftraumverletzung einbestellt worden. In einer Pressemeldung warf das türkische Außenministerium der Führung in Russland eine Eskalation der Spannungen vor. Moskau werde für jegliche "schwerwiegenden" Folgen verantwortlich gemacht und sei aufgefordert, "verantwortungsvoll zu handeln, damit der türkische Luftraum, der ein Nato-Luftraum ist, nicht verletzt wird".

NATO mahnt Russland

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte nach Vermeldung des Zwischenfalls, er wolle seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin zu einem Gespräch treffen. "Russland wird die Konsequenzen tragen müssen, wenn es weiterhin die Souveränitätsrechte der Türkei verletzt." Solch "unverantwortliche Taten" seien weder für Russland, noch für die Beziehungen zwischen der NATO und Russland, noch für den Frieden in der Region oder in der Welt förderlich.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg bestätigte den Vorfall und forderte Russland auf, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um nicht wieder den Luftraum der Türkei und damit der NATO zu verletzten. Vorherige Zwischenfälle hätten gezeigt, wie gefährlich ein solches Verhalten sei.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die in Syrien stationierten russischen Kampfflugzeuge hätten den Luftraum nicht verletzt. Diese Anschuldigungen seien reine Propaganda, zitiert die russische Agentur Tass einen Sprecher des Verteidigungsministeriums. Die türkischen Radaranlagen seien nicht in der Lage, den konkreten Typ oder die Nationalität eines Flugzeugs festzustellen. Eine verbale Warnung habe es weder in Englisch noch in Russisch gegeben.

Abschuss eines russischen Jets vor zwei Monaten

Die Türkei hatte im November ein russisches Kampfflugzeug abgeschossen, das türkischen Angaben zufolge ihren Luftraum verletzt hatte. Russland besteht darauf, dass die Maschine nicht im Luftraum der Türkei unterwegs war. Der Flugschreiber konnte nicht ausgewertet werden, da er zerstört war.

Der Abschuss löste eine Krise zwischen beiden Ländern aus, die im syrischen Bürgerkrieg gegnerische Seiten unterstützen. Russland steht auf der Seite des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad, die Türkei unterstützt Gegner des syrischen Machthabers. Die NATO rief bereits damals die Türkei und Russland zur Deeskalation auf.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Januar 2016 um 08:30 Uhr.

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