Polizist vor Gefängnis- und Justizkomplex | Bildquelle: AP

Türkei Erster großer Prozess zum Putschversuch

Stand: 27.12.2016 12:33 Uhr

Gut fünf Monate ist der Putschversuch in der Türkei nun her. Tausende Menschen wurden seitdem festgenommen. Jetzt hat der bislang größte Prozess zu dem versuchten Aufstand begonnen. Angeklagt sind 29 ehemalige Polizisten. Vielen von ihnen droht lebenslange Haft.

In der Türkei hat der bislang größte Prozess zum gescheiterten Putsch vom 15. Juli begonnen. Angeklagt sind 29 frühere Polizisten. Ihnen wird vorgeworfen, sich in der Putsch-Nacht der Anordnung zum Schutz des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan widersetzt zu haben. Der Prozess in Istanbul begann mit der Verlesung der Vorwürfe, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Die ersten Verhandlungen sollen vier Tage lang dauern.

Erster Prozess nach dem Putschversuch in der Türkei
tagesschau 20:00 Uhr, 27.12.2016, Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

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21 der Angeklagten droht bei einer Verurteilung eine lebenslange Haft - wegen aktiver Teilnahme an dem "versuchten Umsturz". Ihnen könnten zudem erschwerte Haftbedingungen auferlegt werden. Das würde unter anderem bedeuten, dass Isolationshaft droht und eine Begnadigung nur bei extremen gesundheitlichen Problemen möglich ist. Den acht anderen Beschuldigten droht eine Gefängnisstrafe von bis zu 15 Jahren wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

41.000 Festnahmen bisher

Bei dem Putsch hatten Militäreinheiten mit Panzern, Kampfflugzeugen und Helikoptern das Parlament und andere wichtige Einrichtungen angegriffen. Die islamisch-konservative Regierung der Türkei hält den islamischen Prediger Fethullah Gülen für den Drahtzieher des gescheiterten Militärputsches. Der im Exil in den USA lebende einstige Weggefährte von Präsident Erdogan bestreitet das jedoch entschieden. Ankara geht seit dem Umsturzversuch mit aller Härte gegen Gülen-Anhänger und andere vermeintliche Regierungsgegner vor.

Bislang wurden etwa 41.000 Menschen, darunter viele Polizisten, Soldaten und andere Staatsbedienstete, wegen angeblicher Unterstützung der Gülen-Bewegung festgenommen. Zehntausende weitere wurden aus dem Staatsdienst entlassen. Der Prozess in Istanbul gegen die Polizisten ist der bisher größte im Zusammenhang mit dem Putschversuch. Kleinere Prozesse gab es bereits in anderen türkischen Städten.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 27. Dezember 2016 um 13:00 Uhr.

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