Türkischer Polizeibeamter | Bildquelle: dpa

Türkei 1682 Festnahmen in einer Woche

Stand: 26.12.2016 17:16 Uhr

Die Türkei setzt ihren harten Kurs gegen Kritiker und mutmaßliche Extremisten fort. Allein in der vergangenen Woche wurden 1682 Menschen festgenommen. Den meisten werden Verbindungen zur Gülen-Bewegung vorgeworfen. Aber auch eine hochrangige HDP-Politikerin wurde festgesetzt.

Die massenhaften Festnahmen von angeblichen Terroristen und Extremisten in der Türkei reißen nicht ab. Allein in den vergangenen sieben Tagen wurden in dem Land 1682 Menschen für Verhöre festgenommen, 516 davon wurden inhaftiert, wie das türkische Innenministerium mitteilte. Den meisten Betroffenen - 1096 der Festgenommenen und davon 426 Inhaftierten - wird vorgeworfen, eine Verbindung zum in den USA lebenden Predigers Fetullah Gülen zu haben. Die Regierung in Ankara beschuldigt die Gülen-Bewegung, hinter dem Putschversuch vom 15. Juli zu stehen.

Türkei - der Putschversuch und Erdogans Antwort
Jahresrückblick 2016, 19.12.2016

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

HDP-Politikerinnen festgenommen

Die zweite große Gruppe der Festgenommenen sind Kurden, denen militantes Verhalten vorgeworfen wird. Darunter waren sind auch hochrangige Politiker der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP. Am Morgen nahm eine Anti-Terror-Einheit der türkischen Polizei die Vizechefin der HDP, Aysel Tugluk, fest, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Nach HDP-Angaben ist Tugluk zugleich Anwältin der Parteichefs Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag, die gemeinsam mit zehn weiteren HDP-Abgeordneten seit vergangenem Monat in Untersuchungshaft sitzen.

Bereits am Freitag wurde die stellvertretende Parlamentspräsidentin Pervin Buldan festgenommen und verhört. Später wurde sie wieder freigelassen.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hält die HDP für den verlängerten Arm der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Gegen die meisten der 59 HDP-Abgeordneten ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Terrorverdachts. Möglich macht das ein neues Gesetz vom Mai, nach dem Abgeordnete keine Immunität mehr genießen.

Weitere Massenfestnahmen in der Türkei
tagesschau 20:00 Uhr, 26.12.2016, Michael Schramm, ARD Istanbul

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

IS tötet offenbar Dutzende Zivilisten

Unter den Festgenommenen und Inhaftierten der vergangenen Woche sind auch Menschen, denen Verbindungen zur Terrormiliz "Islamischer Staat" vorgeworfen werden. Diese Gruppe ist aber - im Vergleich - mit 78 Festgenommenen und zwölf Inhaftierten relativ klein.

Unterdessen wurde bekannt, dass Terroristen des "Islamische Staats" im Norden Syriens mindestens 30 Zivilisten umgebracht haben. Das berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die türkische Armee. Demnach wurden die Zivilisten am Sonntag bei dem Versuch getötet, aus der vom IS kontrollierten Stadt Al-Bab zu fliehen. Die Angaben können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.

Forderung nach mehr Unterstützung

Die Türkei führt seit Ende August zusammen mit syrischen Rebellen eine Offensive gegen den IS in Nordsyrien. Die von Ankara unterstützten Kämpfer eroberten seitdem Dscharablus, Al-Rai und Dabik vom IS zurück. Die Gefechte zur Einnahme der strategisch wichtigen Stadt Al-Bab, die etwa 25 Kilometer von der türkisch-syrischen Grenze entfernt liegt, dauern seit Wochen an. Vergangene Woche erlitten die türkischen Truppen bei den Kämpfen deutliche Verluste. 16 Soldaten wurden getötet, der 17. erlag am Montag seinen Verletzungen.

Deshalb hat die Türkei nun zu größerer Hilfe für ihre Truppen in Syrien aufgerufen. Die Kampfkoalition unter Leitung der USA müsse ihrer Verantwortung gerecht werden, insbesondere bei der Luftunterstützung, sagte Präsidentensprecher Ibrahim Kalin.

Hinweis: In einer ersten Version dieses Artikels stand, dass es insgesamt 2198 Festnahmen gegeben habe. Die Zahlen der Nachrichtenagentur Reuters haben sich jedoch als falsch herausgestellt - da die Inhaftierten in der Zahl der Festgenommenen bereits inkludiert waren. Inzwischen wurden die Zahlen korrigiert.

Über dieses Thema berichtete der ARD-Jahresrückblick am 19. Dezember 2016 um 23:25 Uhr und tagesschau24 am 26. Dezember 2016 um 12:00 Uhr.

Darstellung: