Nach einer Explosion in Kayseri steigt Rauch über dem getroffenen Bus auf. | Bildquelle: REUTERS

Attentat in der Zentraltürkei Blutiger Anschlag in der Provinz

Stand: 17.12.2016 13:16 Uhr

Wieder erschüttert ein Anschlag die Türkei, wieder galt er Angehörigen der Sicherheitskräfte. In der Stadt Kayseri ist am Morgen eine Autobombe neben einem Bus explodiert, in dem auch Soldaten saßen. Präsident Erdogan macht die PKK verantwortlich.

Von Reinhard Baumgarten, ARD-Studio Istanbul

Gegen 8.45 Uhr Ortszeit explodierte in der zentralanatolischen Stadt Kayseri eine Autobombe neben einem vollbesetzten Bus. Offenbar handelte es sich um einen Selbstmordanschlag.

13 junge Soldaten wurden getötet und 55 Menschen verletzt. Zwölf Verletzte befinden sich auf der Intensivstation, sechs ringen mit dem Tod. Die türkische Führung verhängte kurz nach dem Anschlag eine Nachrichtensperre und teilt nur sehr spärlich Einzelheiten über die Tat, deren Hergang und die Opfer mit.

Der Journalist Saygı Öztürk vom Oppositionsblatt Sözcü sagte im Nachrichtensender CNN Türk, bei den Opfern handele es sich um Soldaten eines Fallschirmjäger-Bataillons, die für den Einsatz im Südosten des Landes ausgebildet würden. Dort bestehe ihre Aufgabe darin, "Kämpfer der PKK außer Gefecht zu setzen. Dieser Anschlag sollte vermutlich den Willen der Soldaten brechen oder war ein Akt der Rache".

Anschlag auf Sicherheitskräfte in der türkischen Stadt Kayseri
tagesschau 20:00 Uhr, 17.12.2016, Michael Schramm, ARD Istanbul

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Attentat am frühen Morgen

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan machte die verbotene kurdische Arbeiterpartei für das Attentat verantwortlich. Eine "separatistische Terrororganisation" stecke hinter dem Anschlag, sagte Erdogan. So bezeichnet der konservative Präsident meist die PKK.

Der stellvertretende Regierungschef Veysi Kaynak verglich den Anschlag mit den beiden Terroranschlägen im Istanbuler Stadtteil Besiktas am vergangenen Wochenende. Wieder habe die Türkei einen Tag "mit einem betrüblichen Ereignis beginnen müssen". Aber auch dieser Vorfall werde das Land niemals von ihrem Weg abbringen.

Zu der Tat in Istanbul hatte sich die militante Gruppierung Freiheitsfalken Kurdistans bekannt, die als Ableger der PKK angesehen wird. Innenminister Süleyman Soylu kündigte nach dem Anschlag von Kayseri wie schon nach den Anschlägen von Istanbul Rache und Vergeltung an. Der Terror im Land werde aufhören, versprach der Minister, dazu sei die Regierung "fest entschlossen". Und er bekräftigte. "Wir werden das um ein Mehrfaches vergelten."

Der von einer Detonation zerstörte Bus in Kayseri | Bildquelle: REUTERS
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TV-Bilder zeigen den zerstörten Bus in Kayseri.

Die Gewalt nimmt kein Ende

Seit dem Ende des zwei Jahre währenden Waffenstillstands mit der PKK im Sommer vergangenen Jahres dreht sich die Gewaltspirale in der Türkei immer schneller. Der bewaffnete Konflikt war zu Beginn der 1980er-Jahre ausgebrochen und hat Schätzungen zufolge inzwischen deutlich mehr als 40.000 Menschenleben gefordert.

Bisher hat sich niemand zu dem neuen Terroranschlag bekannt. Dieser Anschlag habe der Einheit des Volkes und der Geschlossenheit des Landes gegolten, mahnte Innenminister Soylu. Seinen Angaben zufolge wurden nach dem Anschlag bereits sieben Verdächtige festgenommen, nach fünf weiteren Personen werde noch gefahndet. Wer hoffe, sagte Soylu weiter, durch solche Attacken die Entschlossenheit der Türkei im Kampf gegen den Terrorismus schwächen zu können, der solle wissen: "Solche Anschläge machen uns nur noch entschlossener und spornen uns im Kampf gegen den Terror zusätzlich an."

13 Tote bei neuem Terroranschlag in der Türkei
R. Baumgarten, ARD Istanbul
17.12.2016 12:07 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Dezember 2016 um 13:00 Uhr.

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