Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi bei einem Besuch in Peking | Bildquelle: AP

Türkei sucht Nähe zu China Ziemlich beste neue Freunde

Stand: 04.08.2017 11:33 Uhr

Die Türkei sucht stärker als je zuvor die Nähe zu China. So will die türkische Regierung künftig keine China-kritische Berichterstattung oder Aktivitäten mehr durchgehen lassen. Für Peking ist das ein großer diplomatischer Erfolg.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Man werde in der Türkei keine anti-chinesischen Aktivitäten mehr zulassen, betonte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu bei einem Besuch in Peking. "Wir werden Maßnahmen ergreifen, um alle anti-chinesischen Medien-Berichte zu eliminieren."

Diese Aussage des türkischen Außenministers ist für die chinesische Führung ein großer diplomatischer Erfolg. Denn in den vergangenen Jahrzehnten haben sich türkische Regierungen immer wieder kritisch gegenüber China geäußert: wegen der harten Politik der Pekinger Führung gegenüber der muslimisch-uigurischen Minderheit, vor allem in der nordwestchinesischen Region Xinjiang. In Istanbul gab es wiederholt anti-chinesische Proteste wegen des Vorgehens der chinesischen Polizei gegen Uiguren.

Politischer Kurswechsel

Dass die Türkei nun so uneingeschränkt die Nähe zur chinesischen Führung sucht, kann man also durchaus als politischen Kurswechsel deuten. Wie genau die türkische Führung künftig China-kritische Berichte verhindern will, sagte Cavusoglu in Peking nicht.

Unabhängigkeit und kritische Berichterstattung ist in der Türkei aber ohnehin kaum mehr möglich. Mindestens 160 Journalisten sitzen in der Türkei im Gefängnis. In China sind unabhängige Medien komplett verschwunden, alles was auch nur irgendwie kritisch gegenüber der Staatsführung in Peking aussieht, wird zensiert.

Türkischer Außenminster: Künftig keine anti-chinesischen Medienberichte mehr
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
04.08.2017 11:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. August 2017 um 06:22 Uhr.

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