Türkischer Polizeibeamter | Bildquelle: dpa

Angebliche Gülen-Anhänger Tausende türkische Polizisten suspendiert

Stand: 26.04.2017 22:22 Uhr

Die türkische Polizei hat weitere 9100 Beamte suspendiert, weil sie Verbindungen zur Gülen-Bewegung haben sollen. Bei landesweiten Razzien waren zudem mehr als 1000 Verdächtige festgenommen worden. Seit dem Putschversuch im Juli 2016 wurden Zehntausende inhaftiert oder entlassen.

Die Polizei in der Türkei hat mehr als 9000 Beamte suspendiert, weil sie Verbindungen zum regierungskritischen Prediger Fethullah Gülen haben sollen. Die Suspendierung der insgesamt 9103 Beamten sei "aus Gründen der nationalen Sicherheit" erforderlich, teilte die Polizei mit. Die Regierung wirft Gülen-Anhängern vor, die Polizei durch verdeckte Netzwerke unterwandert zu haben. Seit dem Putschversuch im vergangenen Juli, hinter dem die Regierung Gülen vermutet, wurden in der Türkei Zehntausende mutmaßliche Gülen-Anhänger inhaftiert oder aus dem Staatsdienst entlassen.

Landesweite Razzien

Der Ankündigung zur Entlassung der Polizisten war am Mittwoch eine Verhaftungswelle vorangegangen: Die Polizei nahm landesweit mehr als Tausend Menschen fest, die Verbindungen zur Gülen-Bewegung haben sollen. Ziel der Razzien sei es gewesen, Netzwerke von Gülen-Anhängern bei der Polizei zu zerschlagen, hatte Innenminister Süleyman Soylu gesagt. Gülen habe die Polizei "infiltriert".

Die meisten der Festgesetzten stammten offenbar aus dem Polizeiapparat. Die Sender NTV und CNN Türk meldeten, insgesamt seien 3224 Haftbefehle ergangen. 1009 Personen seien nun bereits festgenommen, wurde Soylu zitiert.

Mehr als 1000 mutmaßliche Gülen-Anhänger festgenommen
nachtmagazin 00:45 Uhr, 27.04.2017, Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

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Präsident Recep Tayyip Erdogan macht die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen für den gescheiterten Militärputsch im Juli des vergangenen Jahres verantwortlich. Dieser weist das zurück.

Mehr als 40.000 Verhaftungen

Türkischer Präsident Erdogan | Bildquelle: REUTERS
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Erdogan geht weiter hart gegen seine Gegner vor.

Seit der versuchten Machtübernahme wurden in der Türkei mehr als 40.000 Menschen verhaftet. Zudem wurden 120.000 Beschäftigte unter anderem des öffentlichen Dienstes, der Justiz, der Polizei und des Militärs entlassen oder suspendiert.

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