Ryan Zinke | Bildquelle: AFP

Trump nominiert Innenminister Noch ein Ex-Militär im Kabinett

Stand: 14.12.2016 12:22 Uhr

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat sich offenbar für den ehemaligen Kommandeur Zinke als neuen Innenminister entschieden. Das Ressort verwaltet rund ein Fünftel der öffentlichen Flächen, auf denen Trump verstärkt Ölbohrungen und Bergbau erlauben will.

Der ehemalige Marineinfanterie-Kommandeur Ryan Zinke soll offenbar der neue US-Innenminister werden. Der 55-jährige Republikaner werde als Chef des Ressorts nominiert, sagten hochrangige Vertreter des Trump-Teams.

Zinke war Kommandeur der Marine-Infanterie-Elitetruppe Navy SEALs. Während seiner Zeit bei der Armee war er mit einer Spezialeinheit im Irak und sitzt derzeit für den Bundesstaat Montana im US-Repräsentantenhaus. Dort machte er sich für die Lockerung von Umweltauflagen stark. Er war jüngst für eine zweite Amtszeit wiedergewählt worden.

Keine Zuständigkeit für Innere Sicherheit

Das Innenministerium hat die Kontrolle über rund ein Fünftel der gesamten öffentlichen Flächen der Vereinigten Staaten, darunter Nationalparks. Es ist in den USA nicht für die Innere Sicherheit zuständig. Das übernehmen die Ministerien für Justiz und Heimatschutz.

Zinke ist gegen die Privatisierung von öffentlichem Grundbesitz, hat aber auch für Gesetze gestimmt, die Umweltauflagen in solchen Gebieten aufweichen. Trump will auf Staatsgebiet verstärkt Ölbohrungen und Bergbau erlauben.

Schon früh Trump unterstützt

Zinke hatte sich zwar im Wahlkampf bereits früh hinter Trump gestellt. Seine Nominierung kam aber dennoch überraschend. Zum einen war zuletzt auch die Kongressabgeordnete Cathy McMorris Rodgers nach einem Treffen mit Trump als potenzielle Innenministerin gehandelt worden. Doch aus ihrem Umfeld verlautete, Trump habe ihr die Stelle nie angeboten. Zum anderen wollten einige Republikaner Zinke 2018 gegen den demokratischen Senator von Montana, Jon Tester, ins Rennen schicken.

Kurz zuvor hatte sich Trump bei der Zusammenstellung seines Kabinetts bereits über Bedenken in den eigenen Reihen hinweggesetzt und den Chef des weltgrößten Energiekonzerns ExxonMobil, Rex Tillerson, als seinen Außenminister benannt.

Über dieses Thema berichteten tagesschau24 am 14. Dezember 2016 um 15:30 Uhr in der "tagesschau in hundert Sekunden" und Deutschlandfunk um 16:00 Uhr in den Nachrichten.

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