Donald Trump salutiert | Bildquelle: AP

Zwei Wochen Golfen "Wer Urlaub macht, hat den falschen Job"

Stand: 04.08.2017 00:05 Uhr

US-Präsident Trump geht von heute an für gut zwei Wochen in den Golfurlaub. Dabei ist Urlaub etwas, das Trump einst als total unnötig bezeichnet hatte. Gegen die Erholungsreisen seines Vorgängers Obama hatte er auf Twitter wiederholt massiv gestänkert.

Von Patrick Döcke, tagesschau.de

Bislang war auf Donald Trump Verlass, wenn es um eine Meldung zum Stopfen des Sommerlochs ging. In den kommenden zwei Wochen jedoch könnte es sein, dass die Nachrichtenredaktionen weltweit dafür auf andere Themen zurückgreifen werden müssen - wohl sehr zur Freude seines Teams im Weißen Haus. Denn der US-Präsident verabschiedet sich für 17 Tage in den Sommerurlaub. Ziel ist einer seiner privaten Golfsclubs - Medienberichten zufolge geht es auf seine Anlage in Bedminster im Bundesstaat New Jersey.

Allerdings ist nicht gesagt, dass der Präsident im Urlaub das Twittern reduzieren oder gar sein lassen wird. Denn Trump hat in seiner bisherigen Amtszeit das Regieren per Twitter zum Prinzip erhoben. Seine zahlreichen Äußerungen auf dem Kurznachrichtendienst sind inzwischen berüchtigt - und haben in mehreren Fällen sein eigenes Team auf dem falschen Fuß erwischt.

US-Präsident Trump unterhält sich während einer Runde Golf beim Trump International Golf Club in West Palm Beach, Florida mit einem Caddie | Bildquelle: dpa
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Trump gilt als begeisterter Golfer - eine Leidenschaft, der er auch während seiner Präsidentschaft wiederholt ausgiebig nachgegangen ist. Hier im April beim Trump International Golf Club in West Palm Beach in Florida.

So twitterte der Präsident erst vor kurzem seine Ankündigung, künftig werde kein Transgender mehr im US-Militär dienen dürfen, ohne jegliche Absprache mit den zuständigen Kollegen und Militärs. Die Administration war danach mehrere Tage damit beschäftigt, die öffentliche und auch parteiübergreifende Empörung im traditionell sehr militärverbundenen Land unter Kontrolle zu bringen.

Bislang eine andere Meinung über Urlaub

Trumps längere Auszeit gewinnt besondere Bedeutung, wenn man bedenkt, wie er sich in der Vergangenheit zum Thema Urlaub geäußert hat. In seinem Buch "Trump: Think Like a Billionaire" aus dem Jahr 2004 fragte der selbsterklärte Business-Guru, was der Sinn von Urlaub sei. Und empfahl dann: "Mach keine Urlaube. Wozu? Wenn dir deine Arbeit nicht gefällt, hast du den falschen Job."

Der Talkshow-Moderator Jimmy Kimmel führte zudem genüsslich alte Tweets vor, in denen Trump seinem Amtsvorgänger Barack Obama wiederholt vorgeworfen hatte, zu viel Urlaub zu machen und damit Steuergelder zu verprassen. Hier eine Auswahl:

Donald J. Trump @realDonaldTrump
@BarackObama played golf yesterday. Now he heads to a 10 day vacation in Martha's Vineyard. Nice work ethic.
Donald J. Trump @realDonaldTrump
President @BarackObama's vacation is costing taxpayers millions of dollars----Unbelievable!
Donald J. Trump @realDonaldTrump
When will Obama next go on vacation if he wins the election? The day after.
Donald J. Trump @realDonaldTrump
Why is @BarackObama always campaigning or on vacation?
Donald J. Trump @realDonaldTrump
Congress should get back to Washington, but @BarackObama doesn't want to interrupt his vacation in Martha's Vineyard.

Er scheint, dass beim 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten ein deutlicher Sinneswandel stattgefunden hat. Trumps Erholungsbedarf muss seit seinen Tagen als Buchautor massiv gestiegen sein: US-Medien haben nachgezählt, und demnach hat Trump seit seinem Amtsantritt 13 von 28 Wochenenden nicht in Washington verbracht. Er fuhr dann fast immer in seine Golfclubs, entweder in das von ihm scherzhaft "Winter White House" genannte Anwesen Mar-a-Lago in Florida oder eben nach Bedminster.

Wiederholt war deshalb Kritik laut geworden, Trump komme zu wenig seinen Amtspflichten nach. Zudem belaufen sich die Kosten für seine regelmäßigen Abstecher auf mehrere Millionen Dollar. US-Medien haben Berechnungen angestellt, wonach jeder Trip des Präsidenten nach Mar-a-Lago in Florida den amerikanischen Steuerzahler eine Summe von mindestens einer bis zu 3,6 Millionen Dollar kostet.

Im vergangenen Jahr hatte Trump übrigens folgendes Versprechen im Wahlkampf gemacht: Sollte er die Wahl gewinnen, werde er keine Ferien machen.

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