Mika Brzezinski  | Bildquelle: picture alliance/AP Images

US-Präsident beleidigt Journalisten Trumps wüste Twitter-Attacke

Stand: 29.06.2017 21:11 Uhr

Mit einer Twitter-Attacke gegen zwei Journalisten hat US-Präsident Trump für Empörung gesorgt. In mehreren Tweets beleidigte er die MSNBC-Moderatoren und nannte Fernsehmoderatorin Mika Brzezinski die "verrückte Mika mit dem niedrigen IQ".

US-Präsident Donald Trump hat über seinen bevorzugten Kommunikationskanal Twitter zwei TV-Moderatoren ungewöhnlich heftig angegriffen. In mehreren Tweets beleidigte er die MSNBC-Journalisten und löste damit einen Proteststurm aus.

Hauptziel von Trumps Verachtung wurde die Fernsehmoderatorin Mika Brzezinski, die den Präsidenten in einer Morgensendung scharf kritisiert hatte. Sie hielt ihm unter anderem vor, per Twitter über das äußere Erscheinungsbild von Menschen herzuziehen, "jeden Tag zu lügen", die Autorität seiner Mitarbeiter zu untergraben und sie als Bauernopfer zu missbrauchen.

Wenig später verunglimpfte Trump die Journalistin als die "verrückte Mika mit dem niedrigen IQ". Trump höhnte auch, Brzezinski habe vor einigen Monaten bei einem Besuch in seinem Golfclub Mar-a-Lago als Folge einer Schönheits-OP "schlimm" im Gesicht geblutet. Ihren Ko-Moderatoren und Partner Joe Scarborough beschimpfte der Präsident als "Psycho Joe". Die 50-Jährige ist die Tochter von Zbigniew Brzezinski, des kürzlich verstorbenen Nationalen Sicherheitsberaters von Ex-Präsident Jimmy Carter.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
I heard poorly rated @Morning_Joe speaks badly of me (don't watch anymore). Then how come low I.Q. Crazy Mika, along with Psycho Joe, came..
Donald J. Trump @realDonaldTrump
...to Mar-a-Lago 3 nights in a row around New Year's Eve, and insisted on joining me. She was bleeding badly from a face-lift. I said no!

"Bitte stoppen Sie das" - Kritik von Republikanern

MSNBC konterte per Twitter mit dem Kommentar: "Es ist ein trauriger Tag für Amerika, wenn der Präsident seine Zeit damit verbringt, zu mobben, zu lügen und schäbige persönliche Angriffe auszuspeien, statt seinen Job zu machen."

Lindsey Graham @LindseyGrahamSC
Mr. President, your tweet was beneath the office and represents what is wrong with American politics, not the greatness of America.

Selbst republikanische Senatoren äußerten sich empört. Trumps Einlassung sei unangemessen. Paul Ryan, republikanischer Vorsitzender des Abgeordnetenhauses, sagte, es sei offensichtlich, dass er Trumps Tweet als unangemessenen Kommentar ansehe. "Wir versuchen, die Höflichkeit und den Ton unserer Auseinandersetzung zu verbessern." "Bitte stoppen Sie das. Das ist nicht normal und es ist unterhalb der Würde Ihres Amtes", schrieb Ben Sasse. "Ihr Tweet (...) steht für das, was mit Amerikas Politik schief läuft, nicht für Amerikas Größe", äußerte sich Lindsey Graham.

Auch der Kommentator des Trump-Freundlichen Senders Fox News warf Trump vor, zu weit gegangen zu sein: "Allen, die nicht von ihm bezahlt werden ist es ganz klar, dass er eine Linie überschritten hat."

Joe Scarborough Mika Brzezinski | Bildquelle: AFP
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Die TV-Moderatoren Joe Scarborough und Mika Brzezinski begleiten Trump kritisch.

Trump-Sprecherin: Feuer wird mit Feuer vergolten

Das Weiße Haus sah keinen Anlass, etwas von den Attacken zurückzunehmen. Trumps Sprecherin Sarah Sanders sagte bei "Fox News", Trump vergelte Feuer mit Feuer. "Wenn ihn linke Medien attackieren, wird er sich nicht zurücklehnen. Die einzige Person, gegen die ein Krieg geführt wird, ist der Präsident", sagte Sanders.

Trumps Attacke gegen Brzezinski erinnert an seinen wüsten Ausfall gegen die TV-Moderatorin Megyn Kelly während des Wahlkampfs. Nach seiner ersten TV-Debatte als Präsidentschaftsbewerber wütete er über die Journalistin: "Man kann sehen, dass Blut aus ihren Augen herauskam, dass Blut wo auch immer bei ihr herauskam." Dies wurde allgemein als Anspielung auf die Menstruation verstanden und als frauenfeindlich kritisiert.

Brzezinski reagierte ebenfalls bei Twitter: Sie spielte in einem Tweet auf Trump an, indem sie eine Cornflakespackung postete, auf der steht: "Für kleine Hände".

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 30. Juni 2017 um 06:08 Uhr.

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