Trudeau und Trump | Bildquelle: REUTERS

Trudeau besucht Trump Mit Charme und Geschick

Stand: 14.02.2017 04:33 Uhr

Sie könnten unterschiedlicher kaum sein: Kanadas Premier Trudeau und US-Präsident Trump. Dennoch suchten beide beim Gespräch im Weißen Haus nach Gemeinsamkeiten - und fanden sie, auch weil Trudeau mit Charme und Geschick vorging.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Vor allem für Kanadas Premierminister war der Antrittsbesuch bei Donald Trump ein Balanceakt. Mehr als 80 Prozent der Kanadier mögen Trump nicht. Gleichzeitig ist Kanada auf gute Wirtschaftskontakte zu den USA angewiesen.

Deshalb entschied sich Justin Trudeau für eine Charme-Offensive mit Humor: "Jeden Tag, an dem ich unseren Nachbarn im Süden besuchen darf, ist ein guter Tag. Besonders wenn es hier so viel wärmer als zu Hause ist."

Dennoch waren die weltanschaulichen Unterschiede der beiden kaum zu übersehen. Auf die Frage einer kanadischen Korrespondentin, ob Trump in syrischen Flüchtlingen immer noch trojanische Pferde für Terroristen sehe, verwies Trump auf sein hartes Vorgehen gegen illegale Einwanderer, obwohl Flüchtlinge und illegale Einwanderer kaum vergleichbar sind: "Die wirklich Schlimmen schaffen wir raus. Genau das tun wir. Und am Ende werden alle extrem glücklich sein. Und viele Leute sind jetzt schon sehr sehr glücklich." Trump ist stolz, dass in den vergangenen Tagen knapp 700 straffällig gewordene illegale Einwanderer festgenommen und ausgewiesen wurden.

Kanada will positives Beispiel für die Welt sein

Trudeau dagegen ist stolz, dass sein Land 40.000 syrische Flüchtlinge aufgenommen hat und weiter offen für Einwanderer ist. Die Kritik an Trump lässt er jedoch nur in Zwischentönen erkennen: "Unsere Verantwortung ist es, weiter so zu regieren, wie es dem Ansatz Kanadas entspricht und ein positives Beispiel in der Welt zu sein."

Das könnte im Umkehrschluss heißen könnte, dass Trumps Abschottungspolitik ein negatives Beispiel ist. Doch solch offene Kritik vermied Trudeau: "Das Letzte, was die Kanadier von mir erwarten, ist, dass ich anderen Ländern Lektionen erteile, wie sie regieren sollen."

Kanadas Premier Trudeau bei US-Präsident Trump
tagesschau24 10:00 Uhr , 14.02.2017, Stefan Niemann, ARD Washington

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Justin Trudeau @JustinTrudeau
To those fleeing persecution, terror & war, Canadians will welcome you, regardless of your faith. Diversity is our strength #WelcomeToCanada

Trump will Handelsbeziehungen optimieren

Zu groß ist die Sorge der Kanadier, dass Trump nach dem Transpazifischen Freihandelsabkommen auch das Nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA kündigt. 75 Prozent der kanadischen Exporte gehen in die USA, sogar 98 Prozent der Ölexporte. Trudeau verwies darauf, dass Kanada der wichtigste Exportmarkt für 35 US-Bundesstaaten sei.

US-Präsident Trump beruhigte seinen Gast. Die Nachverhandlungen des Freihandelsabkommens NAFTA strebe er wegen Mexiko an, nicht wegen Kanada: "Wir haben ganz hervorragende Handelsbeziehungen zu Kanada. Wir werden sie so optimieren, dass unsere beiden Länder profitieren. Das ist eine viel weniger ernste Situation als an unserer südlichen Grenze."

Kanadas Premierminister wirkte erleichtert. Geholfen hatte sicher auch eine kluge PR-Initiative, mit der er Trumps Tochter Ivanka einen Gefallen tat. Kanada und die USA starten ab sofort eine Initiative für mehr Gleichberechtigung der Frauen im Arbeitsleben - ein Herzensanliegen von Ivanka Trump, die zusammen mit Unternehmerinnen aus beiden Ländern eine prominente Rolle in der Initiative übernehmen wird. Fazit: Kanadas Sorgen sind zwar nicht ausgeräumt, aber mit Charme und Geschick konnte Trudeau bei Trump punkten.

Trump und Trudeau - ein ungleiches Paar sucht Gemeinsamkeiten
M. Ganslmeier, ARD Washington
14.02.2017 07:02 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Februar 2017 um 04:41 Uhr.

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