US-Außenminister Rex Tillerson | Bildquelle: REUTERS

US-Außenminister Tillerson Rücktritt? Von wegen!

Stand: 04.10.2017 22:31 Uhr

Nein, er habe nie vorgehabt zurückzutreten. Und ja, er werde dem Land so lange dienen, wie es Trump für richtig halte: US-Außenminister Tillerson hat dem US-Präsidenten seine Treue versichert. Als einen "Idioten" will er Trump auch nie bezeichnet haben.

US-Außenminister Rex Tillerson hat in einem ungewöhnlichen Schritt Präsident Donald Trump seine Loyalität versichert und Rücktrittsabsichten dementiert. "Ich habe nie in Erwägung gezogen, meinen Posten zu räumen", sagte Tillerson.

Der frühere Konzernmanager reagierte damit auf einen Bericht des Senders NBC, wonach er von Vizepräsident Mike Pence zum Weitermachen habe überredet werden müssen. Er werde sich zudem nicht an Bestrebungen in Washington beteiligen, Trumps Regierung zu schwächen. "Alles, was wir erreicht haben, haben wir als Team erreicht", sagte Tillerson. Er lobte die Zusammenarbeit sowohl mit dem Weißen Haus als auch mit anderen Ministerien, vor allem mit dem von Verteidigungsminister James Mattis.

Trump nicht als "Idiot" bezeichnet

Das Weiße Haus äußerte sich zurückhaltend. Auf die Frage, ob Trump weiterhin Vertrauen zu Tillerson habe, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders: "Wenn der Präsident kein Vertrauen zu jemandem mehr hat, dann ist er nicht länger in seinem Amt."

In dem NBC-Bericht hieß es, Tillerson liege mit dem Weißen Haus über Kreuz. Im Sommer habe er angedroht, von einem Heimatbesuch in Texas nicht mehr nach Washington zurückzukehren. Tillerson soll Trump nach einer Rede des Präsidenten im Juli als "Idioten" bezeichnet haben. Eine Sprecherin Tillersons wies dies zurück. "Der Minister bedient sich dieser Art von Sprache nicht."

Stimme der Vernunft

Tillerson wird von vielen westlichen Partnern als Stimme der Vernunft in der häufig als unberechenbar empfundenen Trump-Regierung wahrgenommen. Zu Präsident Trump liegt der 65 Jahre alte Ex-Topmanager des Ölkonzerns ExxonMobil in vielen Politikbereichen quer. So sprach sich Tillerson für den Verbleib im Pariser Klimaschutzabkommen aus.

Auch in der Iranpolitik vertrat er eine weniger harsche Auffassung als Trump. Zuletzt war Tillerson mit Trump wegen Nordkorea aneinandergeraten. Tillerson hatte am vergangenen Samstag erklärt, er wolle direkte Gesprächskanäle nach Nordkorea zur Deeskalation der Lage nutzen. Tags darauf ging Trump in die Öffentlichkeit und erklärte, Tillerson verschwende seine Zeit. Mit dem "Raketenmann" zu reden, bringe nichts.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 04. Oktober 2017 um 21:00 Uhr.

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