Trump | Bildquelle: dpa

US-Abzug aus Syrien Trump will sich nicht mehr kümmern

Stand: 31.03.2018 12:52 Uhr

"Um Syrien sollen sich nun andere Leute kümmern" - so kündigte Präsident Trump überraschend den Abzug der US-Truppen aus dem Bürgerkriegsland an. Zudem ließ er gerade erst zugesagte Hilfsgelder streichen.

Gerade erst hat US-Präsident Donald Trump den Abzug der US-Truppen aus Syrien verkündet - nun legt Trump nach und will auch Hilfsgelder für den Wiederaufbau in Syrien streichen lassen. Dies berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Regierungskreise. Das Weiße Haus habe das US-Außenministerium angewiesen, die Ausgaben einzufrieren.

Trump habe Berichte gelesen, dass die US-Regierung kürzlich zusätzliche 200 Millionen Dollar (162 Millionen Euro) für den Wiederaufbau zugesagt hatte und daraufhin die Streichung veranlasst, schrieb das Blatt. Der kürzlich entlassene Außenminister Rex Tillerson hatte die Gelder im Februar in Kuwait bei einem Treffen der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zugesagt.

"Wir werden sehr bald abziehen"

Zuvor hatte Trump überraschend das baldige Ende des Syrien-Einsatzes angekündigt. "Wir werden sehr bald aus Syrien abziehen", sagte Trump in einer Rede vor Industriearbeitern im Bundesstaat Ohio. Die US-Soldaten sollten "zurück in unser Land kommen, wo sie auch hingehören".

Kritik an Trumps Abzugs-Ankündigung aus Syrien
tagesschau 12:00 Uhr, 31.03.2018, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Nicht abgesprochen?

Die Aussage steht im Gegensatz zur Ansicht des Verteidigungsministeriums, wie mehrere US-Medien berichteten. Was der Präsident genau mit seiner Ankündigung gemeint habe, sei nicht klar, sagte ein Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums dem Sender CNN. Pentagon-Sprecherin Dana White hatte nur wenige Stunden vor Trumps Rede gesagt, in Syrien gebe es noch viel zu tun, um einen dauerhaften Sieg über die Extremisten sicherzustellen.

Trump hatte die Abzugs-Ankündigung offenbar nicht mit seiner Regierung abgestimmt. Das Außenministerium in Washington wusste nach eigenen Angaben nichts von einer entsprechenden Entscheidung. Auf die Frage, ob sie über die Pläne im Bilde sei, sagte Ministeriumssprecherin Heather Nauert: "Bin ich nicht, nein. Nein."

"Verheerende Bilanz"

In seiner Rede am Donnerstag in Ohio zog Trump eine verheerende Bilanz der US-Interventionen im Nahen Osten. "Wir haben sieben Billionen Dollar im Nahen Osten ausgegeben - und was haben wir dafür bekommen? Nichts", sagte er. Um Syrien sollten sich nun "andere Leute" kümmern, so Trump. Wen er damit meint, sagte der US-Präsident aber nicht.

US-Präsident Donald Trump vor Industriearbeitern im Bundesstaat Ohio | Bildquelle: AFP
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US-Präsident Trump in Ohio. "Wir haben sieben Billionen Dollar im Nahen Osten ausgegeben - und was haben wir dafür bekommen? Nichts."

Trump rechtfertigte einen Rückzug der US-Truppen auch damit, dass das von der Terrormiliz "Islamischer Staat" ausgerufene "Kalifat" weitgehend besiegt sei. In seiner Rede sagte er: "Sehr bald - sehr bald kommen wir raus. Wir werden hundert Prozent des Kalifats haben, wie sie es nennen - manchmal auch bezeichnet als 'Land' - holen alles zurück schnell, schnell."

"Raus aus Syrien" - Trumps Forderung überrascht eigene Regierungsleute
Marc Hoffmann, ARD Washington
31.03.2018 07:11 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. März 2018 um 13:45 Uhr.

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