Trump und Überlebende von Schulmassakern | Bildquelle: AFP

Nach Schulmassaker Trump erwägt bewaffnete Lehrer

Stand: 22.02.2018 01:22 Uhr

US-Präsident Trump hat bei einem Treffen mit Schülern besseren Schutz vor Gewalt versprochen. Dafür erwägt er, Mitarbeiter in Schulen zu bewaffnen. Auch verspricht er eine bessere Überprüfung von Waffenkäufern.

US-Präsident Donald Trump hat von Schulmassakern betroffene Eltern, Lehrer und Schüler empfangen. Er wolle bei dem Treffen im Weißen Haus vor allem zuhören, hatte Trump zuvor verlauten lassen. Nach dem jüngsten Amoklauf an einer Schule in Florida eine Woche zuvor steht Trump unter Druck, etwas gegen Waffengewalt zu unternehmen.

So sprach sich Trump bei dem Treffen im Weißen Haus erneut für eine bessere Überprüfung von Waffenkäufern aus. Sogenannte Background-Checks sollten genauer durchgeführt werden und dabei etwa die psychische Gesundheit überprüft werden. Allerdings hatte Trump ein entsprechendes Gesetz, das von seinem Vorgänger Barack Obama eingeführt worden war, zu Beginn seiner Präsidentschaft wieder gekippt. Außerdem steht er der mächtigen Waffenlobby NRA nah und hatte sich während des Wahlkampfs stets für das Recht auf Waffenbesitz ausgesprochen.

Der Präsident will zudem prüfen, ob Lehrer und andere Mitarbeiter in Schulen künftig bewaffnet werden können. Dies könne womöglich "das Problem lösen", so Trump. Schließlich dauere es durchschnittlich fünf bis acht Minuten, bis die Polizei nach einem Notruf an einer Schule ankomme. Massenschießereien an Schulen dauerten im Schnitt drei Minuten.

Tränen und Fragen der Schüler

Trump empfing die rund 40 Schüler und Eltern im Esszimmer für Staatsbesuche des Weißen Hauses. Die Welt sehe auf sie, sagte Trump. "Es gibt nichts Schlimmeres als das, was ihr durchgemacht habt." Unter den Besuchern waren auch Jugendliche der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland, an der ein 19-Jähriger in der vergangenen Woche 17 Menschen erschoss.

Viele der Jugendlichen sprachen sich für eine bessere Waffenkontrolle aus. "Ich verstehe nicht, warum ich immer noch in den Laden gehen kann und eine Kriegswaffe kaufen kann. Eine AR. Wie kann es so einfach sein, eine solche Waffe zu kaufen?", fragte Samuel Zeif in Tränen. Sein bester Freund sei eines der Opfer gewesen, so der 18-Jährige. Die Schülersprecherin der High School, Julia Cordover, sagte, sie habe Glück gehabt, dass sie an diesem Tag von der Schule heimgekommen sei. "Ich bin zuversichtlich, dass Sie richtig handeln werden", so Cordover zu Trump.

Während des Treffens hielt der US-Präsident eine Notiz mit Gesprächspunkten in der Hand. Als letzter Punkt stand darauf "Ich höre euch zu".

Massenproteste von Schülern

Zuvor waren Tausende Schüler in Florida und Washington für eine Verschärfung des Waffenrechts in den USA auf die Straße gegangen. In Floridas Hauptstadt Tallahassee versammelten sich Überlebende der Gewalttat von Parkland und viele andere Jugendliche vor dem Kapitol. In der US-Hauptstadt machten Schüler vor dem Kongress und dem Weißen Haus ihrem Ärger Luft. In Washington sagte Schülerin M.C. Payen der Deutschen Presse-Agentur: "Übungen für Shootings (Angriffe mit Schusswaffen) gehören seit Kindergartentagen zu meinem Leben. Erklären Sie mal einem kleinen Kind, dass jemand mit einem Sturmgewehr in seine Schule kommt und Leute umbringen will."

Derweil wurde in Südkalifornien womöglich ein Schulmassaker verhindert. Die Polizei im Bezirk Los Angeles nahm am Mittwoch einen 17-Jährigen fest. Es soll damit gedroht haben, an seiner Schule das Feuer zu eröffnen. Die Polizei fand in seinem Haus mehrere Waffen und Munition, die jedoch angeblich einem älteren Bruder gehören.

Über dieses Thema berichteten am 22. Februar 2018 NDR Info um 04:00 Uhr in den Nachrichten und das ARD-Morgenmagazin um 06:08 Uhr.

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