US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: AP

Trump zu Festnahmen Demonstratives Lob für saudischen Kronprinzen

Stand: 07.11.2017 02:03 Uhr

"Sie wissen genau, was sie tun". Mit diesen Worten hat sich US-Präsident Trump demonstrativ hinter Festnahmen in Saudi-Arabien gestellt. Die waren offiziell als Teil einer Kampagne gegen Korruption dargestellt worden. Treibende Kraft war Kronprinz Mohammed.

Nach der Festnahmewelle in Saudi-Arabien hat sich US-Präsident Donald Trump demonstrativ hinter das Königshaus gestellt. Er habe "großes Vertrauen" in König Salman und Kronprinz Mohammed bin Salman, erklärte Trump via Twitter. "Sie wissen genau, was sie tun", fügte er hinzu. Einige der Festgenommenen hätten ihr Land seit Jahren "gemolken". Daher werde nun "scharf" gegen sie vorgegangen.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
I have great confidence in King Salman and the Crown Prince of Saudi Arabia, they know exactly what they are doing....

Der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman hatte am Wochenende Dutzende Prinzen, Militärobere, Geschäftsleute und Beamte festnehmen lassen - unter dem Vorwurf der Korruption. Die Festnahmen erfolgten unmittelbar nach der Einsetzung eines neues Antikorruptionskomitees unter Leitung des Kronprinzen. Mit der Entlassung des Chefs der Nationalgarde, Prinz Miteb bin Abdullah, festigte der 32-Jährige zudem seine Kontrolle über die Sicherheitskräfte.

Nicht nur Kritiker des Modernisierungskurses betroffen

Der erst im Juni zum Kronprinzen ernannte Sohn des 81-jährigen Salman plant umfassende Reformen. Nach seiner Ernennung hatte er einen Modernisierungskurs angekündigt. Kronprinz Mohammed gilt bereits als De-facto-Herrscher Saudi-Arabiens. Er dürfte das Ziel haben, bis zu seiner endgültigen Machtübernahme alle Widersacher aus dem Weg zu räumen.

Die Maßnahmen vom Samstag betreffen Beobachtern zufolge nicht nur Kritiker seines Modernisierungskurses. Viele der Festgenommenen lehnen auch seinen harten außenpolitischen Kurs mit dem Militäreinsatz im Jemen und dem Boykott des Golfemirats Katar ab.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. November 2017 um 03:00 Uhr.

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