US-Präsident Trump und Saudi-Arabiens König Salman | Bildquelle: AFP

Trump in Saudi-Arabien Ein Empfang im Überschwang

Stand: 20.05.2017 17:14 Uhr

US-Präsident Trump ist in Saudi-Arabien ein gern gesehener Gast. Er bringt einen Rüstungsdeal mit, den Obama auf Eis gelegt hatte. Außerdem gefällt den Saudis, dass Trump ihr Land zum Ziel seiner ersten Auslandsreise gemacht hat.

Von Carsten Kühntopp, ARD-Studio Kairo

Das haben Donald Trump und die Menschen in Saudi-Arabien gemeinsam: Sie lieben Twitter, im Schnitt hat jeder Saudi sieben Accounts bei sozialen Medien. Nach seiner Ankunft im Hotel meldete sich Trump mit einem ersten Tweet: Es sei "großartig", in Riad zu sein, schrieb der US-Präsident.

Zuvor hatte ihn König Salman bin Abdelasis al Saud persönlich am Flughafen willkommen geheißen, der Monarch reichte auch Trumps Ehefrau Melania die Hand. Dann eine kurze Begrüßungszeremonie, traditionell mit Kaffee, im königlichen Terminal - und später eine weitere Begrüßung, im Königspalast, die US-Nationalhyme unterlegt von einem Trommelwirbel.

Trump auf Staatsbesuch in Saudi-Arabien
tagesthemen 23:20 Uhr, 20.05.2017, Jan Phillip Burgard, ARD Washington

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Warmherziger, prunkvoller Empfang

Viele Jahre ist es her, dass die Saudis einen US-Präsidenten derart warmherzig und prunkvoll empfingen. Der Überschwang, mit dem die Medien über Trumps Visite berichten, steckt selbst Passanten in Riad an: "Da es Trumps erster Besuch in Saudi-Arabien ist, erwarten wir, dass viele Probleme im Nahen Osten gelöst werden", sagt ein Mann.

Ein anderer setzt auf Trump als Vermittler: "Wir hoffen, dass er Frieden zwischen uns und den Israelis schafft. Wir brauchen das, damit wir in Frieden und Sicherheit leben." Und eine Frau zählt darauf, dass neue Zeiten anbrechen: "Hoffentlich ist das ein Neubeginn, der den Amerikanern und ihrer Regierung klar macht, dass Terror nicht unbedingt mit der Religion oder der Herkunft der Menschen zusammenhängt. Der Umgang zwischen den beiden Gesellschaften muss sich da verändern."

Vorteil: Trump ist nicht Obama

Trump hat aus Sicht der Saudis vor allem einen Vorteil: Er ist nicht Barack Obama. Ihm werfen sie vor, amerikanischen Einfluss in der Region geopfert zu haben, um das Atomabkommen mit dem Iran zu ermöglichen. In dieses Vakuum seien dann Russland und Iran gestoßen, zum Beispiel in Syrien und im Jemen.

König Salman, der Kronprinz und der Vize-Kronprinz dürften bei ihren Gesprächen mit Trump dem Präsidenten gesagt haben, was sie erwarten: Dass die USA im Nahen Osten wieder als Supermacht auftreten und Iran aktiv eindämmen. Dies sei im beiderseitigen Interesse - genauso wie der neue Rüstungsdeal, der mehr als 100 Milliarden Dollar beträgt. Obama hatte ihn auf Eis gelegt, Trump gab ihn frei - nicht zuletzt mit Blick auf die Arbeitsplätze, die er sichert.

Waffendeal zwischen USA und Saudi-Arabien

Die USA und Saudi-Arabien haben sich auf ein gigantisches Waffengeschäft geeinigt. Zunächst soll das einen Umfang von 110 Milliarden Dollar (100 Milliarden Euro) haben. Im Laufe von zehn Jahren will Riad dann Waffen im Gesamtwert von etwa 350 Milliarden Euro aus den USA kaufen.

Saudi-Arabien will mit Hilfe der Verteidigungsausrüstung auf lange Sicht für die Sicherheit des Landes sorgen.

"USA sind kein Feind"

Für die Saudis ist es ein diplomatischer Coup, dass dieser Präsident ihr Land zum Ziel seiner ersten Auslandsreise gemacht hat. Außenminister Adel al-Jubeir sagt: "Wir wollen der islamischen Welt zeigen, dass die USA kein Feind sind. Wir wollen den Amerikanern und dem Westen erklären, dass die islamische Welt kein Feind ist. Denen, die eine Feindschaft zwischen diesen beiden Welten schaffen wollen, wollen wir sagen: 'Ihr seid isoliert, ihr geht in die falsche Richtung.'"

سلمان بن عبدالعزيز @KingSalman
We welcome @POTUS Trump to KSA. Mr. President, your visit will strengthen our strategic cooperation, lead to global security and stability.

Am Nachmittag griff dann auch König Salman zum Handy und schrieb auf seinem Twitter-Account an die Adresse Trumps: "Ihr Besuch stärkt unsere strategische Zusammenarbeit und führt zu globaler Sicherheit und Stabilität."

Trumps erster Tag in Riad
C. Kühntopp, ARD Kairo
20.05.2017 16:38 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Mai 2017 um 12:55 Uhr.

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