Ex-CIA-Chef John Brennan sagt vor dem Untersuchungsausschuss aus. | Bildquelle: REUTERS

Ex-CIA-Chef Brennan sagt aus "Russland hat sich dreist eingemischt"

Stand: 23.05.2017 21:25 Uhr

Ex-CIA-Direktor Brennan hat vor dem Geheimdienstausschuss bestätigt, dass sich Russland in den US-Wahlkampf eingemischt hat. Doch der Druck auf Trump in Sachen Russland wird vor allem durch das erhöht, was die Befragten in den Ausschüssen nicht dementierten.

Von Andreas Horchler, ARD-Studio Washington

Viele US-Beobachter fanden das, was in den Russland-Untersuchungsausschüssen nicht dementiert wurde, weit interessanter als das, was gesagt wurde.

Gefragt nach Hinweisen auf Geheimabsprachen zwischen Donald Trumps Wahlkampfteam und staatlichen Stellen in Russland, antwortete Ex-CIA-Direktor John Brennan vor dem Geheimdienstausschuss des Abgeordnetenhauses: "Ich erhielt Informationen und Geheimdiensterkenntnisse, die Kontakte und Austausch zwischen offiziellen Vertretern Russlands und Personen in den USA enthüllten, die mit der Trump-Kampagne zu tun hatten."

Brennan sagte, er habe Russland gewarnt

Er wisse nicht, ob es geheime Absprachen zwischen Trumps Team und der russischen Seite gegeben habe. Aber Russland habe sich dreist in die US-Wahl eingemischt. Bereits im vergangenen Sommer habe er Russland vor einer Einflussnahme gewarnt und weitere Geheimdienste informiert.

In einem Gespräch mit dem Direktor des russischen Geheimdienstes FSB habe er darauf hingewiesen, dass der Versuch einer Einflussnahme auf die US-Wahlen die Aussicht auf eine rasche Verbesserung der amerikanisch-russischen Beziehungen zerstören würde.

Ob er denn Kenntnis davon habe, dass Mitarbeiter der Trump-Kampagne falsche Angaben über ihre Kontakte gemacht haben, wollte ein Abgeordneter wissen. Brennan leugnete nicht, sondern antwortete: "So etwas kann man in geschlossener Sitzung weiter verfolgen."

Coats antwortet ausweichend

In einer parallel stattfindenden Anhörung vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats fragte Senator John McCain Dan Coats, Direktor des Nationalen Sicherheitsdienstes, ob Berichte der "Washington Post" zuträfen. Nach diesen soll Präsident Trump Coats aufgefordert haben, öffentlich zu sagen, es habe keine Geheimabsprachen zwischen seinem Wahlkampfteam und der russischen Seite gegeben.

Coats dementierte nicht, dass es eine solche Anforderung gegeben hat, sondern sagte nur, es sei "nicht angemessen, diesen Bericht öffentlich zu kommentieren".

Präsident Trump hatte die Russlandermittlungen immer wieder als Hexenjagd ohne Substanz bezeichnet. Sie werden nicht nur durch den Kongress, sondern inzwischen auch von Sonderermittler Robert Mueller untersucht.

US-Politiker wollen wissen, was hinter den Vorwürfen, was hinter der Entlassung von FBI-Direktor James Comey steckt. Sie wollen erfahren, warum Michael Flynn trotz seiner Russlandkontakte für kurze Zeit Trumps nationaler Sicherheitsberater wurde, ob Trump dem russischen Außenminister Sergej Lawrow hochgeheime Informationen zukommen ließ und Geheimdienstspitzen instruiert hat, die Russland-Connection abzustreiten.

Die russische Regierung hatte mehrfach behauptet, eine Einflussnahme auf die US-Wahlen habe nicht stattgefunden.

Russlands "dreiste Einmischung"- Ex-CIA-Direktor vor Untersuchungsausschuss
A. Horchler, ARD Washington
23.05.2017 20:28 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 23. Mai 2017 um 22:30 Uhr.

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