James Comey | Bildquelle: AP

Affäre um Russland-Kontakte Ex-FBI-Chef Comey sagt später aus

Stand: 23.05.2017 11:04 Uhr

Ex-FBI-Chef Comey gilt in der Affäre um die angeblichen Russland-Kontakte Trumps als derjenige, der den US-Präsidenten mit am schwersten belasten könnte. Doch der US-Senat muss auf die Aussage Comeys noch warten.

Es dürfte keine entspannte Rückkehr für den US-Präsidenten Donald Trump werden, wenn er Ende Mai von seiner ersten Auslandsreise ins Weiße Haus zurückkehrt. Denn die von ihm erhoffte Ruhe in der Affäre um mutmaßliche Kontakte nach Russland will nicht einkehren.

Vor einigen Tagen hatte die "New York Times" noch über ein Gespräch zwischen Trump und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow berichtet, in dem sich der Präsident sicher gezeigt habe, mit der Entlassung des FBI-Chefs James Comey sei das Thema quasi vom Tisch. Der US-Senat allerdings sah das etwas anders, setzte eine unabhängige Untersuchung durch und berief sogar einen Sonderermittler, der die möglichen Russland-Verbindungen genau unter die Lupe nehmen soll.

Erst Gespräche mit dem Sonderermittler

Und genau mit diesem Sonderermittler - Robert Mueller - will sich nun Comey für Gespräche treffen. Dafür wird seine Aussage vor dem Aufsichtsausschuss des US-Repräsentantenhauses noch einmal nach hinten verschoben, wie der Vorsitzende des Ausschusses, Jason Chaffetz, auf Twitter mitteilte. Eigentlich wollte das Gremium am Mittwoch zur "Aufsicht über die Unabhängigkeit des FBI" tagen und den ehemaligen FBI-Chef befragen. Einen neuen Termin für die Aussage gibt es noch nicht.

Jason Chaffetz @jasoninthehouse
Spoke with Comey. He wants to speak with Special Counsel prior to public testimony. Hearing Wed postponed. @GOPoversight

Flynn fällt als Zeuge weg

Auch vor dem Geheimdienstausschuss will Comey Stellung beziehen, allerdings erst nach dem Memorial Day am 29. Mai. Die Frage, ob Comey von Trump unter Druck gesetzt wurde, bleibt also vorerst bestehen. Hatte der US-Präsident von Comey verlangt, die Untersuchung der Kontakte des früheren Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn zu Russland einzustellen? Und Comey, als dieser nicht kooperierte, als Konsequenz gefeuert?

Flynn soll noch vor Trumps Amtsantritt mit dem russischen Botschafter über ein mögliches Ende der US-Sanktionen gegen Moskau gesprochen haben - und später alles abgestritten haben. Mitte Februar trat Flynn wegen der Vorwürfe schließlich zurück. Auch er sollte vor dem US-Senat aussagen, was er jedoch verweigerte. Auch vom Geheimdienstausschuss angeforderte Dokumente will Flynn nicht herausgeben - seine Anwälte beriefen sich auf das Recht, ein Mandant müsse sich nicht selbst belasten.

Comey kein Einzelfall?

Neue Berichte der "Washington Post" bringen unterdessen den Verdacht auf, Comey könnte nicht der einzige gewesen sein, den Trump angeblich versucht hatte unter Druck zu setzen. Die Zeitung schrieb, Trump habe den Direktor des Nationalen Geheimdienstes Daniel Coats und den NSA-Chef Michael Rogers aufgefordert, öffentlich zu bestreiten, es gebe Beweise für geheime Absprachen zwischen seiner Wahlkampagne und Russland im Wahljahr 2016.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Mai 2017 um 08:00 Uhr

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