Pressekonferenz von Donald Trump | Bildquelle: AP

Reaktionen auf Trump Alles andere als staatsmännisch

Stand: 12.01.2017 08:44 Uhr

Selbst erfahrene US-Hauptstadtjournalisten können sich kaum an eine vergleichbare Pressekonferenz erinnern. Donald Trump war weiter im vollen Wahlkampfmodus. Dabei hatte er Wichtiges zu verkünden.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Mara Liasson ist eine der erfahrensten Korrespondentinnen beim Radiosender National Public Radio. Sie hat schon über Bill Clintons Amtsantritt berichtet. Doch eine solche Pressekonferenz wie die des designierten Präsidenten Trump habe sie lange nicht erlebt - chaotisch und alles andere als staatsmännisch, meint sie: "Es war eine zirkusähnliche Atmosphäre. Er attackierte die Medien und seine Gegner. Das war derselbe Trump, den wir im Wahlkampf sahen." Und es sehe nicht danach aus, als ob er seinen Stil als Präsident ändere.

Donald Trump zeigt sich bei Pressekonferenz dünnhäutig
Morgenmagazin, 12.01.2017, Sandra Ratzow, ARD Washington

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Vielleicht waren es ja die unbewiesenen Vorwürfe, russische Geheimdienste hätten kompromittierendes Material gegen ihn, die Trump so in Rage brachten. Alles Falschmeldungen, alles erfunden, sagte er: "Das ist nicht passiert!"

Und wie immer, wenn sich Trump angegriffen fühlt, schlägt er zurück. Weil der Sender CNN ausführlich über Trumps mögliche Erpressbarkeit durch Russland berichtet hatte, durfte der CNN-Korrespondent zur Strafe keine Frage stellen. Trumps Begründung: "Du bist Fake News!"

Diskussionen über das Trump-Dossier

Unter den Senatoren in Washington waren die unbewiesenen Vorwürfe dennoch ein heiß diskutiertes Thema. Der republikanische Senator John McCain hatte entsprechende Informationen bereits Anfang Dezember erhalten und der Bundespolizei FBI übergeben. Ob an den Vorwürfen etwas dran sei, wisse er nicht, sagte McCain im Sender CBS, deswegen habe er es dem FBI übergeben.

Andere republikanische Senatoren empfahlen Skepsis und Misstrauen. Schließlich sei das Material im Auftrag von Trump-Gegnern gesammelt worden. Dagegen fordern die demokratischen Senatoren, dass das FBI und die US-Geheimdienste der Sache auf den Grund gehen.

Immerhin gab Trump auf seiner Pressekonferenz erstmals zu, dass Russland und Präsident Putin hinter den Hackerangriffen auf die Demokraten stecken: "Ich denke, es war Russland. Aber wir werden auch von anderen Ländern und anderen Leuten gehackt." Ob er an den Sanktionen gegen Russland festhalten werde? Trump wollte dazu nicht sagen. Stattdessen: "Wenn Putin Donald Trump mag, dann betrachte ich das als Vorzug, nicht als Bürde. Denn wir haben eine fürchterliche Beziehung zu Russland."

Alles an die Söhne

Der eigentliche Anlass für Trumps Pressekonferenz rückte fast in den Hintergrund: Trump übergibt die Geschäfte seiner 100 Einzelfirmen treuhänderisch an seine beiden Söhne und einen seiner langjährigen Manager. Während seiner Zeit im Weißen Haus werde er mit ihnen nicht über Geschäftliches reden, beteuerte Trump. Und auf Auslandsgeschäfte werde man verzichten.

Rechtsexperten kritisierten diese Lösung als unzureichend und forderten Trump auf, die Firmen einem unabhängigen Treuhänder zu übergeben. Trump dagegen will testen, ob seine Söhne so gut wie er sind: "Nach acht Jahren komme ich hoffentlich zurück und sage: Habt ihr gut gemacht! Wenn sie es schlecht machen, sage ich: Ihr seid gefeuert!"

Trump bleibt eben Trump. Auch wenn er in acht Tagen der mächtigste Mann der Welt sein wird.

Trump bleibt Trump: Kritische Reaktionen zur Pressekonferenz
M. Ganslmeier, ARD Washington
12.01.2017 06:44 Uhr

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Donald Trump - die Karriere des Republikaners

Donald Trump mit seinen Eltern

Donald Trump mit seinen Eltern Mary Anne und Fred C. Trump. Der Vater war ein erfolgreicher Immobilienunternehmer in New York, wo Donald Trump am 14. Juni 1946 zur Welt kam. Mit dem Bau von Mietskasernen in den New Yorker Stadtteilen Brooklyn, Queens und Staten Island wurde Fred C. Trump zum Multimillionär. Seinen Sohn soll er - laut Biograf D'Antonio - mit Sätzen, wie "Du bist ein König" oder "Sei ein Killer" erzogen haben. | Bildquelle: imago/ZUMA Press

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 12. Januar 2017 um 05:43 Uhr sowie tagesschau24 am 12. Januar 2017 um 09:00 Uhr.

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