Donald Trump spricht im CIA-Hauptquartier. | Bildquelle: AP

Trump zu CIA und Presse Den einen Zuckerbrot - den anderen Peitsche

Stand: 22.01.2017 11:42 Uhr

Wiederholt hatte sich US-Präsident Trump im Wahlkampf mit den Geheimdiensten des Landes angelegt - nun versucht er die Wogen zu glätten. Nicht so bei den Medien: Die beschuldigt er, über die Zahl der Zuschauer bei seiner Vereidigung zu lügen.

Der neue US-Präsident Donald Trump bemüht sich nach seinen Zerwürfnissen mit den Geheimdiensten des Landes um Aussöhnung. Bereits an seinem ersten vollen Tag im Amt besuchte er demonstrativ das CIA-Hauptquartier in Langley (Virginia), dankte den dortigen Mitarbeitern für deren Einsatz und versicherte: "Ich stehe voll hinter euch." Es gebe niemanden, "der so starke Gefühle für die (Geheimdienst)gemeinschaft hat wie Trump."

Der Republikaner hatte sich in den vergangenen Wochen wiederholt mit der Geheimdienstgemeinde angelegt. So äußerte er starke Zweifel an ihrer Einschätzung, nach der Moskau gezielt versucht hat, die US-Wahl zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Diese Haltung korrigierte Trump erst kürzlich.

US-Präsident Trump besucht die CIA
tagesschau 13:15 Uhr, 22.01.2017, Ina Ruck, ARD Washington

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Kritik an Berichterstattung über Vereidigung

Bei seinem Besuch am Samstag bei der CIA gab er nun zu verstehen, dass es ein von den "unehrlichen" Medien erfundener Disput und nichts anderes gewesen sei. Auch die Berichte über die Amtseinführung stören ihn: Im Fernsehen habe er gehört, dass er nicht genügend Publikum angezogen habe. "Das war eine Lüge", rief Trump. Er unterstellte den Sendern, absichtlich falsche Bilder zu verbreiten, um ihn ins schlechte Licht zu rücken: "Ehrlich gesagt, es sah aus wie 1,5 Millionen Leute."

Diese Kritik unterstützte auch Präsidentensprecher Sean Spicer. Die Presse habe den Eindruck erwecken wollen, dass deutlich weniger Menschen zur Amtseinführung in Washington gekommen seien, als dies der Fall gewesen sei, sagte Spicer am Samstagabend. "Dies war das größte Publikum, das je bei einer Vereidigung dabei war. Punkt." Spicer kritisierte insbesondere, dass Fotos auf Twitter eingestellt worden seien, die große leere Flächen auf dem Parkstreifen vor dem Kapitol zeigten, wo Trump am Freitag den Amtseid ablegte. "Solche Versuche, den Enthusiasmus über die Vereidigung zu mindern, sind beschämend und falsch." In den Medien werde viel darüber geredet, dass es eine Pflicht gebe, Trump zur Rechenschaft zu ziehen. "Ich bin hier, um Ihnen zu sagen, dass das für beide Seiten gilt. Wir werden die Presse ebenso zur Verantwortung ziehen."

Luftaufnahmen zeigen, dass sich am Freitag deutlich weniger Menschen auf dem Washington Mall versammelten als bei der Amtseinführung von Trumps Vorgänger Barack Obama vor acht Jahren. Nach Behördenschätzungen kamen damals 1,8 Millionen Zuschauer, so viele wie noch nie. Zu den Teilnehmerzahlen in diesem Jahr lägen keine Zahlen vor, sagte Spicer. Der für 720.000 Menschen vorgesehene Platz sei aber voll gewesen, als Trump seinen Eid abgelegt habe.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Januar 2017 um 13:15 Uhr.

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