UN-Botschafterin der USA spricht vor der UN-Vollversammlung | Bildquelle: AFP

Trumps Dialogbereitschaft Keine Kehrtwende im Nordkorea-Konflikt

Stand: 08.01.2018 02:09 Uhr

Es hatte nach Beruhigung im Konflikt der USA mit Nordkorea geklungen: US-Präsident Trump zeigte sich zu einem direkten Gespräch mit Staatschef Kim bereit. Nun stellte UN-Botschafterin Haley klar: Die Aussage bedeute keine Kehrtwende. Vor einem Gespräch müsse noch viel passieren.

Die USA haben ihre Haltung zu Gesprächen mit Nordkorea nicht verändert. Das stellte UN-Botschafterin Nikki Haley in einem Interview mit dem US-Sender ABC klar.

Dass US-Präsdent Donald Trump sich am Samstag offen für ein Gespräch mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un gezeigt habe, bedeute "keine Kehrtwende". Trump habe lediglich gesagt, dass es einmal "eine Zeit geben könnte, in der wir mit Nordkorea sprechen".

Zunächst müssten aber noch viele Dinge passieren, so Haley: Nordkorea müsse zunächst einmal mit seinen Atom- und Raketentests aufhören und sich zu Gesprächen über einen Verzicht auf seine Atomwaffen bereit erklären.

Trump hatte bei einer Pressekonferenz in Camp David auf eine Frage nach einem möglichen Telefonat mit Kim gesagt: "Ich glaube immer an Gespräche." Er habe überhaupt keine Probleme damit: "Natürlich würde ich das tun." Trump stellte aber bereits da klar, dass er kein Gespräch ohne Vorbedingungen führen würde. Wie die genau aussehen könnten, sagte Trump allerdings nicht.

Gegenseitige Beleidigungen

Trumps Äußerung wich von seiner oft kriegerischen Rhetorik gegenüber Nordkorea und insbesondere Kim ab. Trump und Kim hatten sich in den vergangenen Monaten mehrfach gegenseitig beleidigt, was vor dem Hintergrund der nordkoreanischen Raketen- und Atomwaffentests international die Sorge vor einem Atomkrieg auslöste. Unter anderem hatte Trump Kim als "kleinen Raketenmann" bezeichnet und diesem mit der Größe und Mächtigkeit seines eigenen Atomwaffenknopfs gedroht.

Trump hatte in Camp David auch gesagt, er hoffe, dass der Dialog zwischen Nordkorea und Südkorea über die Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang hinaus andauern werde. "Jetzt reden sie über Olympia. Das ist ein Anfang, es ist ein großer Anfang." Das international isolierte Nordkorea wird nach Angaben seines Vertreters beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) "wahrscheinlich" an dem Sportereignis in Südkorea im Februar teilnehmen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Januar 2018 um 04:48 Uhr.

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