Donald Trump in Las Vegas | Bildquelle: AP

Besuch in Las Vegas Trump lobt und lädt ein

Stand: 05.10.2017 01:34 Uhr

"Unglaubliches Ausmaß an Professionalität" - US-Präsident Trump hat in Las Vegas die Arbeit der Helfer gelobt. Über das Waffenrecht wollte er aber nicht sprechen. Zur Tat und zum Attentäter gibt es weiter viele Fragen.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

US-Präsident Donald Trump ist gemeinsam mit First Lady Melania nach Las Vegas gereist. Im Universitätskrankenhaus trafen sie sich mit Überlebenden des Massakers und ihren Angehörigen. Zugleich bedankten sie sich bei den Ärzten, Krankenpflegern und Ersthelfern, ohne deren Einsatz sicher noch mehr Menschen gestorben wären:

"Was ich heute gesehen habe, ist ein unglaubliches Ausmaß an Professionalität", sagte Trump. "Unglaublich, was die geleistet haben und wie tapfer die Patienten waren! Ich muss Ihnen sagen: Das macht einen wirklich stolz, Amerikaner zu sein, wenn man sieht, was die geleistet haben."

Trump lädt Überlebende ins Weiße Haus ein

Die Überlebenden des Massakers lud Trump zu sich ins Weiße Haus ein, sobald sie wieder reisen könnten. Über den Täter, den 64-jährigen Steven Paddock, sagte Trump: Dieser sei eine "sehr kranke, sehr wahnsinnige Person" gewesen. "Das ist noch nicht erwiesen. Aber Sie werden es sehr bald wissen, wenn wir es ermittelt haben. Wir untersuchen unter Hochdruck."

Angesprochen auf Forderungen nach schärferen Waffengesetzen sagte Trump: "Darüber werden wir heute nicht sprechen".

Ein ganzes Arsenal

Mittlerweile ist klar, dass sich Paddock in den vergangenen Jahren ein ganzes Arsenal an Waffen angeschafft hatte, darunter halbautomatische Schnellfeuerwaffen und Vorrichtungen, die das Abfeuern von Schüssen zusätzlich beschleunigen. Diese Vorrichtungen ermöglichten dem Täter zehn Minuten lang ohne längere Unterbrechung ein Stakkato von Schüssen in die Menge von über 20.000 Konzertbesuchern zu feuern.

Mehrere demokratische Senatoren forderten ein Verbot dieser Vorrichtungen, die aus einem halbautomatisches Gewehr ein praktisch vollautomatisches Sturmgewehr machen, wie es sonst nur im Krieg verwendet wird. Die demokratische Senatorin Diane Feinstein appellierte an die Bürger, ihre Stimmen gegen die mächtige Waffenlobby NRA zu erheben: "Herr und Frau Amerika, Sie müssen sich erheben und sagen: Genug ist genug! Sie müssen sagen: Es gibt keinen Grund, ein halbautomatisches Schnellfeuergewehr in ein vollautomatisches Sturmgewehr für den Krieg zu verwandeln."

Was weiß die Lebensgefährtin?

Warum der Täter auf diese Weise in wenigen Minuten so viele Konzertbesucher wie möglich töten wollte, ist weiter unklar. FBI und Polizei erhoffen sich Aufschlüsse darüber von der 62-jährigen Lebensgefährtin des Täters. Sie war vor der Tat in ihre philippinische Heimat gereist. Seit ihrer Rückkehr wird sie in Los Angeles von den Ermittlern verhört.

Nach eigenen Angaben hatte sie aber keine Ahnung von den Massaker-Plänen. Ihr Anwalt veröffentlichte eine Erklärung. Darin beschreibt sie Paddock als "fürsorglichen" und "gütigen" Menschen, den sie geliebt habe. Sie habe keinerlei Hinweise darauf gehabt, dass der 64-Jährige eine derartige Tat plante. Zu ihrem Aufenthalt im Ausland während des Attentats sagte sie, Paddock habe ihr ein Flugticket geschenkt, um ihre Familie besuchen zu können. Sie sei freiwillig in die USA zurückgekehrt.

Auch ihre in Asien und Australien lebenden Geschwister beteuerten in Fernsehinterviews, sie habe mit der schrecklichen Tat nichts zu tun. Paddock habe sie unter einem Vorwand außer Landes geschickt, damit sie ihn nicht von dem geplanten Massaker abhalten könne. Zuvor war bekannt geworden, dass Paddock einige Tage vor seiner Tat 100.000 Dollar auf die Philippinen überwiesen hatte. Möglicherweise sei dies eine Art Lebensversicherung für seine Lebensgefährtin gewesen, hieß es.

Nach Massaker - Trump besucht Las Vegas
Martin Ganslmeier, ARD Washington
04.10.2017 22:44 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Oktober 2017 um 23:28 Uhr.

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