Kurz vor seiner Ermordung sitzt der damalige US-Präsident John F. Kennedy zusammen mit seiner Frau Jacqueline in einer offenen Limousine. | Bildquelle: dpa

Trump-Ankündigung Letzte JFK-Geheimakten vor Freigabe

Stand: 21.10.2017 22:17 Uhr

Am Donnerstag läuft die Frist ab: Dann könnten die letzten Geheimakten über die Ermordung John F. Kennedys für die Öffentlichkeit freigegeben werden. US-Präsident Trump ist der Einzige, der das noch verhindern kann.

US-Präsident Donald Trump will die lange unter Verschluss gehaltenen Geheimakten zur Ermordung von John F. Kennedy freigeben. Allerdings schränkte er bei seiner Ankündigung auf Twitter ein: "Vorbehaltlich des Erhalts weiterer Informationen werde ich als Präsident erlauben, die lange Zeit verschlossenen und als geheim eingestuften JFK-Akten freizugeben."

Donald J. Trump @realDonaldTrump
Subject to the receipt of further information, I will be allowing, as President, the long blocked and classified JFK FILES to be opened.

Die rund 3000 Regierungsdokumente behandeln das Attentat vom 22. November 1963 auf den damaligen US-Präsidenten. Hinzu kommen Zehntausende weitere Dokumente, die bisher nur geschwärzt veröffentlicht wurden. Sie dürften voraussichtlich am Donnerstag herausgegeben werden, wenn eine gesetzliche Geheimhaltungsfrist ausläuft, die Trump offenbar nun nicht verlängern will.

Geheimdienste offenbar gegen Freigabe

Laut dem Internetjournal "Politico" steht Trump aber unter Druck, einige Dokumente weiter unter Verschluss zu halten - vor allem von Seiten des Geheimdiensts CIA, um noch lebende Mitarbeiter oder Informanten von CIA und der Bundespolizei FBI nicht zu gefährden. Nach Informationen des Magazins gehen Regierungskreise davon aus, dass der US-Präsident die Freigabe wohl blockieren wird. Auch andere Medien wie die "Washington Post" berichteten, dass verschiedene Regierungsdienste versuchten, ihren Einfluss bei Trump geltend zu machen, um die Dokumente geheim zu halten.

Eine offizielle Untersuchung war nach Kennedys Tod zu dem Ergebnis gekommen, dass er von dem Einzeltäter Lee Harvey Oswald in Dallas erschossen wurde, der wiederum zwei Tage später von dem Nachtclub-Besitzer Jack Ruby getötet wurde. Die Version wurde vor allen von Verschwörungstheoretikern immer wieder angezweifelt.

Durch den Aufsehen erregenden Film "JFK" des US-Regisseurs Oliver Stone war die Diskussion über die Hintergründe des Attentats 1991 wieder aufgeflammt. Ein Gesetz verfügte daraufhin ein Jahr später die Veröffentlichung von nahezu allen der rund fünf Millionen Dokumente zu Kennedys Tod. Nur ein Bruchteil fiel unter eine 25-jährige Geheimhaltungsfrist - diese läuft nun am 26. Oktober aus.

Neue Infos über Oswalds Spionage-Verbindungen?

Der Autor des "Politico"-Artikels, Philip Shenon, geht nicht davon aus, dass die Verschlussakten sensationelle Neuigkeiten beinhalten; allerdings könnten sie weitere Einzelheiten zu Oswald ans Licht bringen: Etwa, wieviel die Regierung über mögliche Verbindungen des mutmaßlichen Attentäters zu kubanischen und sowjetischen Spionen wusste.

Vielleicht fänden sich, so Shenon weiter, in den Geheimakten auch Belege für eine von Trumps umstrittenen Behauptungen: Er hatte während des Wahlkampfs im vergangenen Jahr den Vater seines republikanischen Rivalen Ted Cruz, Rafael Cruz, mit Kennedys Ermordung in Verbindung gebracht. Im Sender Fox News behauptete Trump im Mai 2016, der Vater sei mit dem mutmaßlichen Attentäter kurz vor dessen Ermordung zusammengewesen. Er fügte hinzu: "Was tat er mit Oswald kurz vor dessen Tod? Vor den Schüssen? Das ist schrecklich". Ted Cruz hatte die Vorwürfe als "Quatsch" bezeichnet, Rafael Cruz nannte die Vorwürfe aberwitzig.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. Oktober 2017 um 21:00 Uhr.

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