Donald Trump Jr. | Bildquelle: REUTERS

Russland-Kontakt von Trump Jr. Clinton-Infos aus dem Kreml?

Stand: 11.07.2017 05:19 Uhr

In der Russland-Affäre steht nun der älteste Trump-Sohn im Fokus, weil er sich mit einer russischen Anwältin getroffen hat. Mehr noch - in einer E-Mail soll ihm zuvor mitgeteilt worden sein, die Anwältin hätte belastende Clinton-Informationen, die von der russischen Regierung stammten.

Der älteste Sohn von US-Präsident Donald Trump gerät wegen eines Treffens mit einer russischen Anwältin immer stärker unter Druck. Donald Trump Jr. sei per E-Mail informiert worden, dass ihm versprochene, möglicherweise kompromittierende Informationen über Hillary Clinton von der russischen Regierung stammen, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf drei mit der Sache vertraute Personen. Das Material sei Teil einer Bemühung der russischen Regierung, seinem Vater zum Sieg zu verhelfen.

Die vor dem Gespräch mit der Anwältin verschickte E-Mail stammte demnach von dem Musikpublizisten Rob Goldstone. Dieser hatte mehreren US-Medien bestätigt, dass er das Treffen zwischen Trump Jr. und der Anwältin Natalia Weselnitskaja arrangiert hatte.

Goldstones Nachricht deute darauf hin, dass die russische Regierung Quelle der potenziell schädlichen Informationen gewesen sei, schrieb die "New York Times". Es gebe aber keinen Beweis dafür, dass die versprochenen Informationen in Zusammenhang mit den Hackerangriffen auf die Demokraten stünden, schrieb die Zeitung weiter.

Donald Trump Jr. @DonaldJTrumpJr
Happy to work with the committee to pass on what I know. https://t.co/tL47NOoteM

Trump Jr. zu Aussage bereit

Der Präsidentensohn erklärte auf Twitter, er werde dem Geheimdienstausschuss des Senats gerne Rede und Antwort zu den Treffen stehen, sofern die Mitglieder dies wünschen. Senatoren beider Parteien im Ausschuss kündigten bereits an, Trump Jr. befragen zu wollen.

Trump Jr. hatte zuvor eingeräumt, dass er sich während des Wahlkampfes im Juni 2016 mit der Anwältin Natalia Veselnitskaja getroffen hatte, von der er sich Informationen über Clinton versprochen habe. An dem Treffen im Trump-Tower im Juni 2016 nahmen auch Jared Kushner, der Mann von Ivanka Trump, und der damalige Wahlkampfchef Paul Manafort teil. Dass es das Treffen mit der Anwältin gab, war vor kurzem auch offiziell den zuständigen US-Behörden mitgeteilt worden. Erst dann soll der Präsident selbst nach Angaben einer Sprecherin davon erfahren haben.

"Bei dem Treffen nichts rausgekommen"

US-Geheimdienste beschuldigen Moskau, sich mit Hackerangriffen in den Wahlkampf eingemischt zu haben, um Trump zu helfen und Clinton zu schaden. Ein Sonderermittler und mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob es dabei eine Zusammenarbeit mit Trumps Wahlkampflager gegeben hat.

Bei dem Gespräch im Juni waren auch der Schwiegersohn des Präsidenten, Jared Kushner, und der damalige Vorsitzende der Wahlkampagne, Paul Manafort, anwesend. Sein Vater habe nichts davon gewusst, sagte Trump Jr. Es sei aber nichts Wichtiges bei dem Treffen herausgekommen, erklärte er. Die Äußerungen der Anwältin seien vage und mehrdeutig gewesen, sie hätten keinen Sinn ergeben, erklärte Trumps Sohn weiter. Einzelheiten oder weitergehende Informationen seien ihm nicht angeboten worden.

Zuvor hatte er das Treffen mit der Russin, die Verbindungen zum Kreml haben soll, zwar bestätigt, aber erklärt, es habe nichts mit dem Wahlkampf zu tun gehabt. Er räumte der "New York Times" zufolge den wahren Grund für die Begegnung ein, nachdem unter anderem drei Berater des Weißen Hauses die Zeitung darüber informiert hatten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Juli 2017 um 04:43 Uhr.

Darstellung: