Donald Trump Jr. mit seinem Vater | Bildquelle: REUTERS

Russland-Kontakte von Trump Jr. "Gedächtnisschwund im Trump-Orbit"?

Stand: 12.07.2017 20:27 Uhr

Nach den Enthüllungen um Trump Jr. gibt es selbst aus den Reihen der Republikaner Kritik am Präsidentensohn. Einige Demokraten sprechen derweil schon von Ermittlungen wegen Landesverrats - und auch im Weißen Haus ist man beunruhigt.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Das Weiße Haus gibt sich offiziell schweigsam - aber per Twitter lässt der Präsident seinem Ärger freien Lauf. Er schrieb, es sei die größte Hexenjagd in der politischen Geschichte. Sein Sohn Donald habe einen guten Job gemacht, er sei offen, transparent und unschuldig.

Donald Trump Jr. hatte sich am Vorabend bei "Fox News" zu Wort gemeldet. Er verteidigte, dass er sich im Wahlkampf mit einer russischen Anwältin getroffen hatte: "In der Rückschau hätte ich Dinge etwas anders gemacht. Das war vor der Russland-Manie in der Presse. Für mich war das Gegner-Recherche, vielleicht konkrete Beweise für die ganzen Geschichten, die ich immer gehört hatte. Ich wollte mir das anhören. Aber es führte nirgendwo hin und es war offensichtlich, dass sich das Treffen nicht darum drehte."

Der Anwalt des Präsidenten sagte bei NBC, Trump Jr. habe gegen keine Gesetze verstoßen, als er das Treffen akzeptiert habe. Der Präsident habe davon nichts gewusst und erst kürzlich von den Emails seines Sohnes erfahren.

Trump Jr. verteidigt seine Russland-Kontakte
tagesschau 14:00 Uhr, 12.07.2017, Gabor Halasz, NDR

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Grummeln bei den Republikanern

Trump Jr. verhielt sich mindestens ungeschickt, nachdem die "New York Times" erstmals über das Treffen berichtet hatte. Seine Version des Treffens änderte sich mehrfach, bis er schließlich die Emails veröffentlichte, die zu der Zusammenkunft geführt hatten. Darin hatte ihm ein Kontaktmann Informationen der russischen Regierung versprochen, die der Demokratin Hillary Clinton schaden könnten. Trump Jr. gab sich begeistert.

Demokraten wie Senator Chris Coons sind aufgebracht: "Das schiebt alles zur Seite, was bisher von Trump-Wahlkampf-Leuten und dem Weißen Haus gesagt worden ist. Es habe keine Kontakte mit Russen gegeben, keinen Versuch der Zusammenarbeit. Seine Begeisterung für das Treffen, dass er nicht überrascht ist, dass er eine Email bekommt, in der es heißt, die russische Regierung wolle seinem Vater helfen, die Wahl zu gewinnen - das ist bemerkenswert." Andere Demokraten sprechen bereits von Ermittlungen wegen Landesverrats.

Bei Trumps Republikanern ist Grummeln zu vernehmen. Der oberste Republikaner im Senat, Mitch McConnell, sagte nur, die Senats-Ermittlungen würden allen Dingen auf den Grund gehen. Empörter gab sich Trey Gowdy, Vorsitzender des einflussreichen Aufsichts-Ausschusses im Repräsentantenhaus. Er sagte bei "Fox News", er sei auf drei Ebenen besorgt: "Die rechtliche Ebene, darum kümmert sich Sonderermittler Mueller. Die politische Ebene: Wir beginnen eine weitere Woche mit neuen Enthüllungen über Russland. Die dritte Ebene ist medizinisch: Der Gedächtnisschwund von Leuten im Trump-Orbit."

Rückendeckung von alten Weggefährten

Rückendeckung erhielten Präsident und Sohn noch am ehesten von rechtsgerichteten Kommentatoren und alten Weggefährten wie Corey Lewandowsky, dem früheren Wahlkampfmanager von Trump: "Das ist eine gigantische Ablenkung der Mainstream-Medien, Berichte über nichts. Sie verhindern, dass der Präsident seine Pläne umsetzen kann. Steuerreform, Gesundheitsreform, die Mauer nach Mexiko. Es ist eine Geschichte, nur weil die Mainstream-Medien das wollen."

Tatsächlich scheinen die neuen Enthüllungen das Weiße Haus ziemlich getroffen haben. Die Zeitung "Politico" zitiert einen Trump-Berater, das Weiße Haus sei hilflos, weil im Wahlkampf-Team nur wenige Regeln galten. Trump selbst habe zurzeit wenige Termine, er verfolge die Berichterstattung über den Skandal und rege sich auf.

Trump selbst meldete sich wieder per Twitter zu Wort: Das Weiße Haus funktioniere perfekt, konzentriert auf Gesundheit, Steuerreform und andere Dinge. Er habe wenig Zeit, fernzusehen.

Trump lobt Sohn nach Fernsehauftritt und spricht von Hexenjagd
Jan Bösche, ARD Washington
12.07.2017 19:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Juli 2017 um 14:00 Uhr.

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