Ronny Jackson | Bildquelle: AFP

Amt des US-Veteranenministers Trumps Leibarzt zieht Kandidatur zurück

Stand: 26.04.2018 16:18 Uhr

US-Präsident Trump hatte seinen Leibarzt Jackson nominiert - nun hat der seine Bewerbung als Veteranenminister zurückgezogen. Jackson war in den vergangenen Tagen massiv unter Druck geraten.

Der Leibarzt von US-Präsident Donald Trump hat seine Kandidatur für das Amt des Veteranenministers zurückgezogen. Mit Bedauern verzichte er auf seine Kandidatur, teilte der Mediziner und Konteradmiral Ronny Jackson mit.

Er war in den vergangenen Tagen massiv unter Druck geraten. Jackson wird vorgeworfen, Mitarbeiter schlecht behandelt und leichtfertig Medikamente verteilt zu haben, auch soll er bei der Arbeit immer wieder betrunken gewesen sein.

Jackson: "Falsch und frei erfunden"

In einer schriftlichen Erklärung bezeichnete der 50-Jährige die Vorwürfe als "komplett falsch und erfunden". Gestern hatte der Arzt noch gesagt, dass er an seiner Kandidatur festhalte und das Nominierungsverfahren "wie geplant" weitergehe. Doch der Veteranenausschuss des US-Senats hatte eine Anhörung zu seiner Nominierung wegen der "schweren Vorwürfe" auf unbestimmte Zeit verschoben. 

Trump verteidigt Jackson

Trump hatte vor einem Monat überraschend bekannt gegeben, dass Jackson das Veteranenministerium übernehmen solle. Er verteidigte Jackson angesichts der zunehmenden Vorwürfe als "wunderbaren Mann". Sein Kandidat werde "von einem Haufen Politiker angepöbelt, die nicht nett über unser Land denken", sagte der Präsident.  Die Vorwürfe seien falsch. Es handle sich um den Versuch, Jackson zu zerstören, sagte er dem Fernsehsender Fox News.

Jackson war bereits der Leibarzt von Trumps Vorgänger Barack Obama. An der Spitze des Veteranenministeriums sollte er die Nachfolge des von Trump entlassenen David Shulkin antreten. Shulkin war unter anderem durch Enthüllungen über Missstände in dem Ministerium unter Druck geraten. 

Donald Trump und Ronny Jackson | Bildquelle: AFP
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US-Präsident Trump verteidigt Jackson gegen die Vorwürfe.

Zweitgrößte US-Behörde

Das Ressort ist mit 360.000 Beschäftigten und einem Jahresbudget von 186 Milliarden Dollar die größte US-Bundesbehörde nach dem Verteidigungsministerium. Es versorgt jährlich mehr als neun Millionen Veteranen. Seit längerem wird die Qualität der Pflege kritisiert. Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, die Missstände zu beseitigen.

Das Veteranenministerium ist Trump besonders wichtig. Im Wahlkampf hatte er Punkte damit gesammelt, die Leistungen für Kriegsveteranen deutlich verbessern zu wollen. Der Umgang mit im Krieg eingesetzten Soldaten und deren soziale Absicherung sind in den USA seit Jahrzehnten ein großes gesellschaftliches Problem.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. April 2018 um 16:30 Uhr in den Nachrichten.

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