Donald Trump | Bildquelle: AP

US-Medienberichte Russland soll belastende Trump-Informationen haben

Stand: 11.01.2017 04:57 Uhr

Hat die russische Regierung kompromittierendes Material über Trumps Privatleben gesammelt? Laut Medienberichten warnen US-Geheimdienste, der künftige US-Präsident könne dadurch erpressbar sein. Trump nannte die Berichte "Fake News". Auch der Kreml dementierte die Meldung.

Verfügt Russland über Informationen, mit denen der künftige US-Präsident Donald Trump erpressbar gemacht werden könnte? Nach Ansicht der US-Geheimdienste ist dies der Fall. Amerikanische Ermittler hätten entsprechendes Material gesichtet, teilte ein Regierungsvertreter mit. Dem scheidenden Präsidenten Barack Obama sowie Trump sei dies bereits vergangene Woche bei unterschiedlichen Briefings mitgeteilt worden.

Geheimdienstdossier

Bei den Informationstreffen war es vor allem um die russische Einflussnahme auf den Wahlkampf gegangen. Dem dabei vorgelegten Bericht sei ein Dossier angehängt gewesen, in dem es um die speziell auf Trump bezogenen Informationen ging, wie der Fernsehsender CNN zuerst berichtete.

Das Schreiben wurde demnach von einem früheren britischen Geheimagenten erstellt, der dafür zunächst von einem republikanischen Gegner Trumps und später von Demokraten finanziert worden sein soll. Dies berichtete das Magazin "Mother Jones" und der "Guardian". Der Beauftragte habe das Dossier schließlich an das FBI weitergereicht.

Informationen über Privatleben und Finanzen

Die US-Geheimdienste hätten das Material zunächst als "nicht substanziell" eingestuft, berichten die Medien. In den Memos, von denen es eine zweiseitige Zusammenfassung bei den US-Geheimdiensten geben soll, geht es nach Informationen der "New York Times" um Sexvorwürfe im Zusammenhang mit Moskauer Prostituierten im Jahr 2013. Ferner sollen Informationen zu Trumps Geschäftsbeziehungen nach Russland enthalten sein.

FBI-Direktor James Comey nahm zu dem Thema vor einem Senatsausschuss nicht Stellung. Zur Begründung sagte er, über mögliche FBI-Ermittlungen dürfe er nicht sprechen.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
FAKE NEWS - A TOTAL POLITICAL WITCH HUNT!

Der künftige US-Präsident wies die Berichte in einem Tweet zurück: "Fake News - eine totale politische Hexenjagd!", schrieb er. Seine Beraterin Kellyanne Conway sagte in einem Interview mit dem Fernsehsender NBC, es gebe keine stichhaltigen Quellen und keine Namen in der Geschichte.

Russland dementiert

Der Kreml wies die Berichte ebenfalls zurück. Russland besitze keine kompromittierenden Dokumente zu Trump, sagte ein Kremlsprecher. Es handele sich um Falschinformationen mit dem Ziel, den Beziehungen Russlands zu den USA zu schaden.

Trumps freundliche Haltung gegenüber Moskau hatte in den vergangenen Monaten viele Spekulationen darüber ausgelöst, ob der Republikaner möglicherweise geheimgehaltene Geschäftsinteressen in Russland habe oder dort in einer anderen Weise kompromittiert sein könnte.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Januar 2017 um 06:30 Uhr.

Darstellung: