US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: AP

US-Regierungsbericht Keine Belege für Trumps Abhörvorwürfe

Stand: 20.03.2017 11:52 Uhr

Im US-Geheimdienstausschuss geht es heute gleich um zwei heikle Themen für die Trump-Regierung: So soll FBI-Chef Comey zu einer möglichen Einmischung Moskaus im Wahlkampf aussagen. Auch Trumps Abhörvorwürfe gegen Ex-Präsident Obama sind Thema - mit erwartbarem Ausgang.

Vor einer mit Spannung erwarteten Anhörung vor dem Geheimdienstausschuss des US-Abgeordnetenhauses geht ein führender Republikaner auf Distanz zu Präsident Donald Trump. Hintergrund sind unbewiesene Behauptungen von Trump, dass sein Vorgänger Barack Obama ihn im Trump-Tower in New York abhören ließ. "Ich glaube nicht, dass der Trump Tower tatsächlich abgehört wurde", sagte der republikanische Vorsitzende des Ausschusses, Devin Nunes, dem Sender Fox News.

"Wir haben keine Beweise, dass es stattgefunden hat", sagte Nunes unter Berufung auf am Freitag vorgelegte Dokumente aus dem Justizministerium. "Wir sind der Sache auf den Grund gegangen: Auf dem Grund gibt es nichts", sagte der führende demokratische Abgeordnete im Ausschuss, Adam Schiff, laut "Washington Post". Er erwarte, dass auch der Chef der Bundespolizei FBI, James Comey, dies bestätigen werde, sagte Schiff dem Sender NBC.

Nach einer zweiwöchigen Kontroverse um die unbewiesenen Abhörvorwürfe soll sich Comey heute erstmals öffentlich im Ausschuss zu Trumps Behauptungen äußern. Auch der Chef des Geheimdienstes NSA, Mike Rogers, soll dort aussagen.

FBI-Chef James Comey | Bildquelle: AFP
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Die Aussage von FBI-Chef James Comey wird mit Spannung erwartet.

Russische Einmischung in Wahlkampf?

Zudem geht es in der Anhörung um die der Regierung in Moskau zur Last gelegten Versuche, sich in den US-Wahlkampf einzumischen. Mehrere US-Geheimdienste hatten Ende vergangenen Jahres erklärt, ihren Erkenntnissen zufolge habe Russland den Wahlkampf zugunsten Trumps zu beeinflussen versucht - etwa durch die Veröffentlichung gehackter E-Mails der Gegenpartei.

In diesem Zusammenhang steht auch die Trump-Regierung unter Druck, da einige jetzige Regierungsmitglieder im Wahlkampf Kontakte nach Russland unterhielten. Sicherheitsberater Michael Flynn musste bereits zurücktreten, weil er fälschlich behauptet hatte, in Telefonaten mit dem russischen Botschafter sei es nicht um die von Ex-Präsident Obama verhängten Russland-Sanktionen gegangen. Justizminister Jeff Sessions steht unter Druck, weil er unter Eid zwei Treffen mit dem Botschafter während des Wahlkampfs verschwiegen hatte. Trump nannte die Vorwürfe eine "Hexenjagd".

Über dieses Thema berichtete am 20. März 2017 WDR5 um 06:17 Uhr und Deutschlandfunk um 11:00 Uhr

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