Eine Frau und ein Kind aus Syrien warten im UNHCR-Headquarter in Beirut | Bildquelle: AP

UN-Schätzungen 20.000 Flüchtlinge direkt betroffen

Stand: 31.01.2017 11:11 Uhr

Die Aussetzung des US-Flüchtlingsprogramms ist nur ein Teil von Trumps umstrittenem Einreise-Dekret. Doch allein davon könnten nach UN-Schätzung 20.000 Menschen betroffen sein - darunter viele Opfer von Terror oder Folter oder Frauen, die in Gefahr seien.

Von der Aussetzung des US-Flüchtlingsprogramms könnten laut Schätzungen der UN bis zu 20.000 Menschen unmittelbar betroffen sein. So viele Flüchtlinge wären nach UN-Hochrechnungen vermutlich binnen der kommenden vier Monate über das Programm in die USA geholt worden. Für diesen Zeitraum gilt aber der Einreisestopp für Flüchtlinge.

Die Aussetzung des seit Jahren laufenden Programms ist ein Teil des umstrittenen Einreise-Dekrets von US-Präsidenten Donald Trump. Für Flüchtlinge aus Syrien soll das Einreiseverbot sogar auf unbestimmte Zeit gelten. Zur Begründung führte Trump unter anderem an, die Sicherheit der USA könnte durch die Flüchtlinge bedroht sein.

Nur temporärer Natur?

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR betonte, es empfehle für das Übersiedlungsprogramm immer die Menschen, die es am nötigsten hätten - Verletzte, Folter-Überlebende oder Frauen, die in Gefahr seien. Stefan Telöken, Sprecher der Berliner Vertretung des UNHCR, sagte, in dieser Woche sollten eigentlich 800 Flüchtlinge über das Resettlement-Programm in die USA einreisen. Als Resettlement wird die dauerhafte Umsiedlung von Flüchtlingen bezeichnet, die weltweit vom UNHCR koordiniert wird.

Auf die Frage, wo die Flüchtlinge, für die bereits ein Umzug vorgesehen war, nun verbleiben sollen, gibt es laut Telöken noch keine klare Antwort. Zunächst müssten sie wohl in ihren jeweiligen Erstaufnahmeländern weiter abwarten. Das UNHCR hoffe, dass die Aussetzung des Programms in den USA "nur temporärer Natur ist".

Grandi: Flüchtlinge teilen Sorge der USA um Sicherheit

Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi | Bildquelle: REUTERS
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Die Flüchtlinge seien verängstigt und durcheinander, so UN-Hochkommissar Grandi.

Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, betonte, die Flüchtlinge teilten die Sorgen der USA um Sicherheit. "Sie sind selbst vor Krieg, Verfolgung, Unterdrückung und Terrorismus geflohen." Nun seien sie "verängstigt, durcheinander und untröstlich nach einem schon sehr lange währenden Prozess".

Im Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre hätten im Monat etwa 5000 Flüchtlinge ein neues Leben in den USA begonnen, so Grandi. In einem Appell des UNHCR heißt es: "Jahrzehnte lang waren die USA weltweit führend im Flüchtlingsschutz, eine Tradition, die in der Toleranz und Großzügigkeit der Amerikaner verankert ist. Das UNHCR hofft, dass die USA diese starke Führungsrolle fortsetzen."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Januar 2017 u.a. um 17:00 Uhr in den Nachrichten.

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